Island Rundreise – 10 Tage voller Natur und Abenteuer. Es gibt Reiseziele, die einen auf ganz besondere Weise fesseln – nicht nur wegen ihrer spektakulären Landschaft, sondern weil sie sich unauslöschlich im Herzen verankern. Island gehört zweifellos dazu. Schon bei der Ankunft spürt man die Kraft dieses Landes: schwarze Strände aus Vulkansand, donnernde Wasserfälle und dampfende Thermalquellen ziehen einen sofort in ihren Bann. Hier fühlt sich alles intensiver an – als ob man der Natur in ihrer reinsten Form begegnet und die Erde selbst ihre Geschichte erzählt.
Schon kurz nach der Landung und der Fahrt mit unserem Mietwagen zur ersten Unterkunft wurde uns bewusst, wie pulsierend und wild Island wirklich ist. Ein eindrucksvollerer Start für unsere 10-tägige Rundreise hätte kaum möglich sein können: Vor uns entfaltete sich eine fast unwirkliche Szenerie – endlose Lavafelder, teils noch mit Schnee überzogen, aus deren Spalten immer wieder Dampfschwaden aufstiegen. Ein Moment, der uns unmittelbar in die ungebändigte Schönheit dieser Insel eintauchen ließ.
Unsere Route führte uns zunächst durch das Gebiet rund um die Blaue Lagune – eine Region, die zuletzt immer wieder Schlagzeilen machte: Grindavík und die Reykjanes-Halbinsel, wo erst im vergangenen Jahr erneut ein Vulkan ausgebrochen ist.
Nach der Landung am Flughafen holten wir direkt unseren Mietwagen ab.
Island befindet sich direkt auf der Bruchlinie zwischen der Nordamerikanischen und der Eurasischen Platte – zwei gewaltigen Erdplatten, die sich jedes Jahr um ein paar Zentimeter voneinander entfernen. Diese ständige Bewegung sorgt dafür, dass die Insel zu den aktivsten geologischen Regionen der Welt gehört. Über viele Jahrhunderte blieb die Reykjanes-Halbinsel ruhig – bis es 2021 plötzlich zum ersten Ausbruch seit fast 800 Jahren kam: Der Fagradalsfjall erwachte zum Leben, schleuderte über Monate hinweg glühende Lava und schuf damit eine völlig neue Landschaft.
Doch es blieb nicht bei diesem Ereignis: In den Jahren 2022, 2023 und 2024 folgten weitere Eruptionen. Ganze Orte mussten geräumt werden, Lavaströme bedrohten Straßen und Bauwerke, einige Häuser wurden zerstört – glücklicherweise kam dabei niemand ums Leben.
Das Beeindruckendste daran? Selbst Monate nach den Ausbrüchen ist die Lava noch heiß und aktiv. Während unserer Fahrt entdeckten wir immer wieder aufsteigende Rauchschwaden – ein Bild, das fast unwirklich wirkte. Man hatte das Gefühl, durch eine Science-Fiction-Landschaft zu reisen, in der die Erde sichtbar pulsiert und atmet.
Von außen erinnert das Ferienhaus an eine einfache Scheune – doch sobald man eintritt, offenbart sich ein modernes, minimalistisches Design in sanften Naturtönen. Helles Holz, warme Farben und großzügige Fensterflächen schaffen eine gemütliche, harmonische Stimmung und geben den Blick auf die umliegende Natur immer wieder frei.
Besondere, nachhaltig geführte Unterkünfte wie diese stoße ich regelmäßig über die Plattform GoodTravel. Dort dreht sich alles um verantwortungsbewusstes Reisen: Vorgestellt werden sorgfältig ausgewählte Unterkünfte, die nicht nur durch Stil und Individualität beeindrucken, sondern auch mit einem durchdachten Nachhaltigkeitsansatz punkten – ob umweltfreundliches Handeln, regionale Verankerung oder soziales Engagement. Vom gemütlichen Ferienhaus über ökologische Boutique-Hotels bis hin zu außergewöhnlichen Glamping-Erlebnissen – bei GoodTravel entdeckt man Orte, die achtsames Reisen zu etwas Besonderem machen.
Ein nachhaltiges Refugium – das Barn House
Ein echtes Highlight am Barn House ist die komplett ausgestattete Küche. Da Restaurantbesuche in Island schnell teuer werden können, ist es ein großer Vorteil, sich selbst etwas Gutes zu kochen. Mit dem Blick aufs Meer schmeckt es gleich doppelt so lecker. Und nach einem ereignisreichen Tag gibt es kaum etwas Besseres, als im Hot Tub im Garten zu entspannen. Eigentlich möchte man dieses Haus gar nicht mehr verlassen.
Nur wenige Schritte entfernt führt ein kleiner Pfad über den Deich direkt ans Meer – und plötzlich steht man mitten in Islands unberührter Natur: schwarzer Sand, schroffe Klippen und das weite Meer. Ein Ort, der tief unter die Haut geht.
Für unsere Tochter war es wie ein kleines Abenteuerland. Sie hüpfte durch Pfützen, suchte Muscheln, Schnecken und Algen – und wir wurden erneut daran erinnert, wie wenig es in Island braucht, um ins Staunen zu geraten. Oft liegen die schönsten Momente direkt vor der Haustür.
Nachhaltigkeit im Barn House
Das Umweltbewusstsein beginnt schon bei der Bauweise: Verwendet wurden regionale Materialien, die optimal an die isländischen Wetterbedingungen angepasst sind. Die großen Fenster lassen viel Tageslicht herein, sodass tagsüber kaum künstliches Licht benötigt wird. Dank exzellenter Dämmung bleibt es selbst im Winter angenehm warm – und das bei geringem Energieverbrauch. Alles ist sorgfältig durchdacht und auf die Zukunft ausgerichtet.
Für uns war das Barn House der perfekte Auftakt unserer Island-Rundreise – ein Ort zum Ankommen, Entspannen und Wohlfühlen.
Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg ins Küstendörfchen Stokkseyri – ein weiterer lohnenswerter Halt auf unserer 10-tägigen Rundreise durch Island. Der Ort versprüht einen rauen, ursprünglichen Charme und gibt spannende Einblicke in die lange Tradition der Fischerei. Noch heute stehen dort alte Steinhäuser mit grasbewachsenen Dächern, die früher als natürliche Dämmung dienten.
Besonders hervorzuheben ist die Þuríðarbúð – eine sorgfältig restaurierte Fischerhütte zu Ehren von Þuríður Einarsdóttir, einer der wenigen bekannten Frauen in der Fischerei des 18. Jahrhunderts.
Das Ortsbild wird zudem von bunten Holzfischerhäusern geprägt, die eindrucksvoll die maritime Vergangenheit Stokkseyris widerspiegeln. Ein kleiner Ort, der durch seine Mischung aus Geschichte, Natur und nordischem Küstenflair nachhaltig beeindruckt.
Unser nächster Halt war Krýsuvík – eines der faszinierendsten Geothermalgebiete der Reykjanes-Halbinsel. Schon beim Aussteigen schlägt einem der markante Schwefelgeruch entgegen, während es ringsum zischt, blubbert und dampft. Man hat das Gefühl, dass die Erde hier selbst atmet – ein Naturerlebnis, das gleichermaßen beeindruckt und ein wenig geheimnisvoll wirkt.
Ein gut ausgebauter Rundweg führt durch das Gebiet vorbei an kochenden Schlammtöpfen, dampfenden Spalten und sprudelnden Quellen. Besonders eindrucksvoll: Da Krýsuvík leicht erhöht liegt, bieten mehrere Aussichtspunkte einen atemberaubenden Blick ins Tal und über die ungewöhnlich geformte Landschaft.
Unvergesslich machte diesen Besuch der tiefe Winter: Das gesamte Areal war von Schnee bedeckt. Obwohl ich Island schon oft bereist habe, war es für mich das erste Mal, ein solches Geothermalfeld in einer verschneiten Kulisse zu erleben. Der Kontrast zwischen dem weißen Schnee und den gelben, roten und grünen Schwefelfeldern, kombiniert mit den aufsteigenden Dampfwolken, verwandelte die Szenerie in ein surreales Panorama – wie aus einer anderen Welt.
Nur ein paar Kilometer weiter erwartete uns schon das nächste Naturwunder: tiefschwarze Sanddünen. In Island zwar häufig zu finden – und dennoch ziehen sie mich jedes Mal aufs Neue in ihren Bann.
Doch warum sind die Strände hier eigentlich schwarz? Der Grund liegt in der vulkanischen Entstehung des Landes. Im Gegensatz zu den weißen Quarzsandstränden vieler anderer Regionen besteht Islands Sand aus fein zermahlener, erkalteter Lava. Über Jahrhunderte haben Wind, Wellen und Regen das Gestein zersetzt – so entstanden diese mystisch dunklen Strände, die Island weltweit so einzigartig machen.
Gerade hier, zwischen den schwarzen Dünen, offenbarte sich der ganze Kontrast der Natur: tiefdunkler Lavasand, golden schimmerndes Dünengras, das funkelnde Meer auf der einen Seite und verschneite Berge auf der anderen.
Wir schlenderten gemütlich am Ufer entlang, hörten dem Rhythmus der Wellen zu – und stießen auf ein kleines Kunstwerk aus Treibholz, das wohl schon von anderen Reisenden begonnen worden war und das wir kurzerhand weitersetzten.
Strandfeeling in Island? Ganz anders als am Mittelmeer – aber genauso magisch. Vielleicht sogar noch intensiver.
Tomaten-Genuss im Gewächshaus Friðheimar, Besuch des Wasserfalls Borgarfoss und Ankunft in unserem Traumhaus am Meer.
Ein Abendessen im Gewächshaus? Genau das macht Friðheimar so besonders. Zwischen unzähligen Tomatenpflanzen, die hier das ganze Jahr über unter Glas kultiviert werden, genießt man frisch zubereitete Speisen direkt dort, wo sie wachsen. Wer dieses Erlebnis mitnehmen möchte, sollte unbedingt vorab reservieren – die Plätze sind sehr gefragt und schnell vergeben.
Da wir keine Reservierung hatten, blieben uns zwei Optionen: Tomatensuppe an der Bar oder ein Platz in der Vinothek. Und was soll ich sagen? Die Vinothek war ein Glücksgriff – fast noch stimmungsvoller als das eigentliche Gewächshaus. Auch dort sitzt man unter Glas, jedoch in ruhigerer Atmosphäre, mit einem ganz eigenen Charme: edle Holztische, braune Ledersessel, eine stilvolle Bücherwand und ein Tresen aus grobem Naturstein. Ein architektonisches Schmuckstück.
Kulinarisch ist Friðheimar ein Paradies für alle, die Tomaten lieben. Wir entschieden uns für Bruschetta mit Tomaten, zwei Portionen der legendären Tomatensuppe und zum krönenden Abschluss einen Cheesecake mit Tomatenmarmelade. Klingt ungewöhnlich? Ja. Schmeckt fantastisch!
Doch Friðheimar ist mehr als ein Restaurant – es ist ein beeindruckendes Öko-Projekt und ein Paradebeispiel für nachhaltige Landwirtschaft in Island. Die Tomaten wachsen hier vollständig mit erneuerbarer Energie, unter streng kontrollierten Bedingungen. Was auf dem Teller landet, kommt direkt aus dem eigenen Gewächshaus – frischer, regionaler und ressourcenschonender geht es kaum.
Nach unserem Stopp im Friðheimar – einem der kulinarischen Highlights unserer Islandreise – fuhren wir weiter zum Borgarfoss-Wasserfall. Gerade einmal eine halbe Stunde entfernt, und doch erwartete uns eine völlig andere Welt. Keine Menschenmassen, keine Absperrungen, keine Geräuschkulisse – nur pure, unberührte Natur.
Im Winter entfaltet der Borgarfoss einen ganz besonderen Zauber: Das Wasser rauscht über vereiste Felsen in die Tiefe, während die gesamte Umgebung in Schnee und Eis gehüllt ist. Statt sattem Sommergrün prägen kräftige Kontraste aus Weiß, Schwarz und feiner Gischt die Szenerie – ein Anblick, der die wilde Schönheit Islands noch eindrucksvoller sichtbar macht.
Am Nachmittag kamen wir bei unserer nächsten Unterkunft an: dem Black House in der Nähe von Borgarnes – und ich war sofort verliebt. Das tiefschwarz verkleidete Holzhaus, von den Eigentümern eigenhändig und mit viel Hingabe gebaut, strahlt echten nordischen Charakter aus.
Direkt am Meer gelegen, eröffnet es einen traumhaften Ausblick über die Bucht bis hin zur Stadt. An klaren Tagen reicht der Blick sogar bis zu den schneebedeckten Bergen im Norden – eine Kulisse, die kaum zu übertreffen ist.
Schon im Eingangsbereich standen Gummistiefel bereit – die wir uns gleich schnappten, um das Gelände zu erkunden. Ein kurzer Weg führte uns ans Meer, wo wir durchs Watt spazierten. Auch ein kleiner Wasserfall und der nahe Strand luden zum Verweilen und Entdecken ein.
Es war einer dieser ruhigen, fast magischen Augenblicke direkt vor der Haustür – unspektakulär und doch voller Intensität. Besonders unvergesslich: das warme Abendlicht, das durch die großen Fenster ins Wohnzimmer fiel und das gesamte Haus in goldenes Leuchten tauchte.
Auch dieses Schmuckstück haben wir über GoodTravel gefunden – ein weiteres Beispiel dafür, dass nachhaltiges Reisen nicht nur sinnvoll, sondern auch wunderschön sein kann. Hier wird die Unterkunft selbst zum Erlebnis.
Wanderung am Vulkan Grábrók und gemütliche Kaffeepause im charmanten Borgarnes.
Island und seine Vulkane – sie gehören untrennbar zusammen. Einer der beeindruckendsten Krater, den man ganz ohne große Mühe erreichen kann, ist Grábrók. Er liegt im Westen des Landes direkt an der Ringstraße und erhebt sich rund 170 Meter hoch. Entstanden ist er vor etwa 3.000 Jahren durch eine Spalteneruption – heute führt ein komfortabler Holzsteg bis zum Kraterrand, von dem aus man sogar ins Innere blicken kann.
Normalerweise eröffnet sich von dort oben ein spektakuläres Panorama: weite Lavafelder, markante Felsformationen und eine Landschaft, die fast außerirdisch wirkt.
Zumindest in der Theorie. Denn an diesem Morgen spielte das Wetter nicht mit: dichter Nebel, eisiger Wind und kaum Sicht. Aber genau das macht Island aus – das Wetter folgt hier seinen eigenen Regeln. Wer herkommt, sollte deshalb immer eines dabeihaben: Flexibilität und eine Portion Gelassenheit.
Es gibt Orte in Island, die wirken, als wären sie nicht von dieser Welt – und genau so ein Platz ist das Blómasetrið – Kaffi Kyrrð in Borgarnes. Ein Café, das nicht nur mit hervorragendem Kaffee punktet, sondern vor allem mit seiner einzigartigen Stimmung. Es fühlt sich an wie eine Mischung aus Wohnzimmer, Gewächshaus und Kunstgalerie – voller Pflanzen, detailverliebter Deko und einer wohltuenden Ruhe. Passend zum Namen: „Kaffi Kyrrð“ bedeutet nämlich „Café der Stille“.
Schon bei unserer letzten Rundreise waren wir hier und wussten sofort: Da müssen wir unbedingt wieder hin. Und zwar nicht nur wegen der Atmosphäre, sondern auch wegen des berühmten Knoblauchbrots – ein Muss für alle, die Knoblauch lieben.
Hier lässt es sich wunderbar einkuscheln – mit einem Stück Kuchen, einer heißen Schokolade oder einer Tasse Kaffee – und man genießt dieses besondere isländische hygge-Gefühl. Ein schöner Bonus: Im selben Haus gibt es eine kleine Buchhandlung, ideal zum Schmökern.
Für Familien mit Kindern lohnt sich zudem ein Abstecher um die Ecke: Dort wartet der Bjössaróló-Spielplatz. Kein gewöhnlicher Spielplatz, sondern ein Projekt des Zimmermanns Bjössi, der ihn komplett aus recyceltem Material gebaut hat. Statt Standardgeräten gibt es fantasievolle Holzkonstruktionen, kreative Kletterelemente und versteckte Ecken, die Kinder sofort begeistern.
Der ideale Stopp auf einer Island-Rundreise: erst runterkommen im Blómasetrið, dann austoben und staunen auf dem Spielplatz – so sind Groß und Klein gleichermaßen glücklich.
Entspanntes Baden mit Fjordblick in Hófsós und Übernachtung im luxuriösen Sigló Hotel.
Es gibt Orte, die so einzigartig sind, dass Worte ihnen kaum gerecht werden – weil kein Satz das Gefühl einfangen kann, tatsächlich dort zu sein. Auf unserer Island-Rundreise war das Schwimmbad von Hófsós genau solch ein Ort.
Die Lage allein ist spektakulär: Das kleine Freibad liegt hoch über markanten Basaltsäulen, die wie Orgelpfeifen ins Meer hinausragen – schwarz, kantig und uralt. Dahinter öffnet sich ein weiter Fjord, umrahmt von schneebedeckten Bergen. Eine Kulisse, so still und zugleich so kraftvoll, dass man unweigerlich den Atem anhält.
Das Bad selbst ist simpel: ein langgezogenes Becken zum Schwimmen, dazu ein Hot Pot zum Entspannen – mehr braucht es nicht. Ein paar Bahnen im angenehm warmen Wasser, während der kalte Wind über die Oberfläche streicht. Danach im Hot Pot sitzen, den Körper schwer und gelöst, den Blick in die Ferne gerichtet.
Und genau in diesem Moment wird klar, wie laut der Alltag sonst ist – und wie wohltuend es sein kann, einfach nur die Stille zu spüren.
Der Tag begann mit einem Augenblick purer Ruhe. Noch vor dem Frühstück tauchten wir gemeinsam mit unserer Tochter in den warmen Hot Pot direkt vor dem Sigló Hotel ein. Umgeben von morgendlicher Stille, aufsteigendem Dampf und dem Anblick schneebedeckter Berge fühlte es sich an, als ob die Zeit für einen Moment stillstand.
Anschließend wartete im Hotel ein reichhaltiges Frühstücksbuffet, dazu frisch aufgebrühter Kaffee – begleitet von einer Aussicht, die kaum schöner sein könnte. Ein perfekter Start in den Tag, mitten in der friedvollen Atmosphäre des Nordens.
Gestärkt nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Akureyri, der größten Stadt im Norden Islands. Oft als „Hauptstadt des Nordens“ bezeichnet, liegt sie malerisch am Ende des Eyjafjörður und begeistert mit lebendiger Kultur, hübscher Architektur und einer entspannten, typisch nordischen Atmosphäre. Dank des eigenen Flughafens ist Akureyri zudem ein wichtiger Knotenpunkt für die Region.
Unser eigentliches Ziel lag jedoch etwas außerhalb: das Skigebiet Hlíðarfjall, nur rund zehn Minuten mit dem Auto vom Stadtzentrum entfernt. Die Pisten reichen von 500 bis 1.014 Metern Höhe und bieten Wintersportlern knapp 15 Kilometer Abfahrten, verteilt auf 24 Strecken. Acht Lifte – darunter zwei Sessellifte – bringen Besucher bequem zu den verschiedenen Hängen. Ein idealer Ort, um Island einmal aktiv und sportlich zu erleben.
Eigentlich wollten wir mit der Gondel hinauffahren und die Aussicht genießen. Doch da der zweite Sessellift außer Betrieb war, konnten wir nicht bis ganz nach oben. Also haben wir kurzerhand umgeplant – und beschlossen, unserer Tochter das Skifahren beizubringen.
Direkt am Fuß des Berges fanden wir alles, was man dafür braucht: Skiverleih und ein „Magic Carpet“, ein Förderband für Anfänger. Schon nach zwei Stunden machte sie ihre ersten Schwünge im Schnee – ein Erlebnis, das uns unvergesslich bleiben wird.
Für geübte Skifahrer bietet Hlíðarfjall übrigens ein ganz besonderes Highlight: Die Abfahrten führen mit atemberaubendem Blick über den Fjord hinunter – eine Kulisse, die dem Skifahren eine fast meditative Qualität verleiht.
Nach unserem Skitag in Akureyri machten wir Halt an einem ganz besonderen Ort: dem Jólahúsið, dem isländischen Weihnachtshaus, das tatsächlich das ganze Jahr über geöffnet ist. Schon von außen erinnert das rote Häuschen an ein Wintermärchen – und sobald man eintritt, taucht man ein in eine festliche Welt voller Lichter, Farben und liebevoller Details.
Auf zwei Etagen entdeckt man hier alles, was das Weihnachtsherz erfreut: traditionellen isländischen Schmuck für den Baum, internationale Dekorationen und handgefertigte Einzelstücke. Besonders spannend sind die Einblicke in die isländischen Weihnachtstraditionen mit ihren 13 Weihnachtsmännern und der unheimlichen Grýla, einer Riesin, die in alten Geschichten Kinder frisst. Im Erdgeschoss gibt es sogar eine kleine Höhle mit einer Grýla-Skulptur – zugleich schaurig und kindlich verspielt.
Rund um das Haupthaus stehen weitere kleine Gebäude, die das Erlebnis abrunden. Im Eplakofin, dem „Apfelschuppen“, gibt es kandierte Äpfel, während ein Selbstbedienungsladen Kuchen, Kaffee und Tee anbietet.
Wir gönnten uns ein heißes Getränk und machten es uns vor dem knisternden Lagerfeuer im Hof gemütlich. Ein Moment voller Geborgenheit und Ruhe – ich hätte dort ewig verweilen können. So schön, so friedlich, so hyggelig.
Besuch des beeindruckenden Goðafoss, Erkundung der Mývatn-Region und Ankunft im charmanten Húsavík.
Unsere nächste Station war der Goðafoss – einer der berühmtesten und zugleich geschichtsträchtigsten Wasserfälle des Landes. Sein Name, „Wasserfall der Götter“, geht auf ein Ereignis um das Jahr 1000 zurück: Als Island das Christentum annahm, soll der Gesetzessprecher Þorgeir Ljósvetningagoði seine heidnischen Götterfiguren in den Fluss geworfen haben – ein symbolischer Akt für den Glaubenswechsel.
Doch der Goðafoss fasziniert nicht nur durch seine Legende, sondern ebenso durch seine imposante Gestalt: In einem weiten Halbkreis stürzen die Wassermassen über rund 30 Meter Breite etwa 12 Meter in die Tiefe – ein Schauspiel aus donnerndem Klang, feiner Gischt und unbändiger Kraft.
Dank gut angelegter Wege und Aussichtspunkte lässt sich der Wasserfall aus unterschiedlichen Blickwinkeln erleben, jeder davon eindrucksvoll auf seine eigene Weise. Ein Ort, an dem sich Naturgewalt und Geschichte eindrucksvoll miteinander verweben.
Nur wenige hundert Meter unterhalb des Goðafoss findet man den Geitafoss – einen kleineren, oft übersehenen Wasserfall, der dennoch mit einer beeindruckenden Kulisse überrascht. Abseits des Besucherandrangs herrscht hier eine wohltuende Stille, die es ermöglicht, die rohe Kraft des Wassers in aller Ruhe auf sich wirken zu lassen.
Respekt gegenüber der Natur – ein wichtiger Appell
Während unseres Aufenthalts mussten wir leider beobachten, dass viele Besucher die Absperrungen missachteten, um näher an die Wasserfälle heranzukommen oder bessere Fotos zu schießen. Im Schnee waren zahlreiche Spuren außerhalb der markierten Wege zu erkennen – ein Verhalten, das nicht nur riskant ist, sondern auch der sensiblen isländischen Natur erheblichen Schaden zufügt.
Solche Verhaltensweisen haben Konsequenzen: Immer mehr Orte müssen mit Zäunen, Plattformen oder anderen Barrieren gesichert werden – nicht aus Bequemlichkeit, sondern um Menschen und Umwelt gleichermaßen zu schützen.
Wer Island bereist, trägt Verantwortung. Nur wenn wir Rücksicht nehmen und die Regeln respektieren, bleibt ein Ort wie der Geitafoss in seiner Ursprünglichkeit erhalten – für uns selbst, für die Natur und für alle, die ihn noch erleben möchten.
Unsere Route führte uns weiter ins Mývatn-Gebiet – eine der spektakulärsten und geologisch spannendsten Regionen Nordislands. Der Mývatn-See, dessen Name übersetzt „Mückensee“ bedeutet, entstand vor rund 2.500 Jahren durch einen gewaltigen Vulkanausbruch. Mit einer Fläche von etwa 37 Quadratkilometern und einer durchschnittlichen Tiefe von nur 2,5 Metern gehört er zu den größten, aber zugleich flachsten Seen des Landes.
Das nährstoffreiche Wasser und die unzähligen Insekten machen die Gegend zu einem Paradies für Vögel – insbesondere für viele verschiedene Entenarten. Im Sommer zeigt sich die Natur hier in voller Vielfalt, und ja, auch die Mücken sind dann allgegenwärtig. Im Winter dagegen kehrt Ruhe ein – von den surrenden Begleitern ist nichts zu bemerken.
Rund um den See reiht sich eine Sehenswürdigkeit an die nächste: das labyrinthartige Lavafeld Dimmuborgir, der markante Krater Hverfjall oder die dampfenden, schwefelhaltigen Solfataren von Námaskarð – eine Landschaft, die wirkt, als sei sie nicht von dieser Welt.
Wir entschieden uns für eine kleine Wanderung auf der Halbinsel Höfði – ein eher verstecktes, aber umso bezauberndes Naturjuwel am Südufer des Mývatn-Sees.
Das Besondere an diesem Ort: Hier findet man tatsächlich Wald. Sanfte Wege schlängeln sich durch lichte Birkenhaine, vorbei an moosbewachsenen Felsen, und öffnen immer wieder den Blick über die Weite des Sees.
Ein Höhepunkt sind die imposanten Felsformationen Klasar und Kálfastrandarstrípar – markante Basaltsäulen, die wie Skulpturen direkt aus dem Wasser ragen. Ein Platz, der sich perfekt für eine kleine Rast, eindrucksvolle Fotos oder einfach stilles Innehalten eignet.
Nur wenige Kilometer östlich des Mývatn-Sees eröffnet sich eine Szenerie, die wirkt, als stamme sie nicht von dieser Welt: Námaskarð, ein aktives Hochtemperaturgebiet am Fuße des Námafjall – und ein spektakulärer Gegenpol zu den anderen Landschaften unserer Island-Rundreise.
Schon beim Aussteigen nimmt man den intensiven Schwefelgeruch wahr – gewöhnungsbedürftig, aber unverkennbar Teil des Erlebnisses. Was hier aus der Erde dringt, ist reine Geothermie: überall zischt und brodelt es, Fumarolen stoßen Dampf aus, Schlammtöpfe blubbern, der Boden selbst scheint zu atmen.
Und die Farben? Einfach überwältigend. Strahlendes Gelb, rostiges Rot, tiefes Grau – ein fast künstlerisches Zusammenspiel, geformt durch Schwefel, Eisenoxide und andere Mineralien. Eine Landschaft voller Extreme, voller Energie – einzigartig und unvergleichlich.
Námaskarð liegt direkt in der aktiven Riftzone, die Island durchzieht – dort, wo die eurasische und die nordamerikanische Platte langsam auseinanderdriften. Das Resultat: eine extrem dünne Erdkruste, durch die die Hitze aus dem Erdinneren besonders leicht entweichen kann. Ein Ort, an dem man gewissermaßen einen Blick in die Tiefe der Erde wirft.
Unser letzter Stopp brachte uns ins kleine Hafenstädtchen Húsavík im hohen Norden Islands – einen Ort, den viele als „Walhauptstadt“ des Landes kennen. Genau deshalb stand er schon lange auf unserer Liste. Der Traum, Wale in freier Wildbahn zu erleben, begleitete uns seit Jahren – und Húsavík gilt als einer der besten Plätze Europas dafür.
Das Städtchen selbst ist überschaubar, aber voller Charme: bunte Holzhäuser, ein stiller Hafen mit sanft schaukelnden Ausflugsbooten und eine wilde, dramatische Küstenlandschaft ringsum, die so typisch für den Norden Islands ist. Ein Ort, der sofort Ruhe ausstrahlt – und die ideale Bühne für das letzte große Abenteuer unserer Island-Rundreise.
Walbeobachtung, Besuch des Walmuseums in Húsavík und Entspannung im schönsten Thermalbad der Region.
Die Walbeobachtungstour in Húsavík war für uns ein absolutes Highlight – denn wenn man schon in der „Walhauptstadt Islands“ ist, will man die Gelegenheit natürlich nutzen. Uns wurde zwar gleich zu Beginn gesagt, dass wir noch vor der eigentlichen Hauptsaison unterwegs sind, aber wir wollten es trotzdem wagen. Und ehrlich: Schon allein die Aussicht vom Boot aus war jede Minute wert.
Die Organisation war hervorragend. Vor dem Start erhielten wir eine kurze Einführung, dazu bekamen alle Gäste warme, winddichte Overalls – absolut unverzichtbar, denn draußen auf dem Meer kann es eisig werden.
Dann ging es los: Rund drei Stunden lang fuhren wir den Fjord entlang hinaus Richtung offenes Meer – gespannt, ob wir das Glück haben würden, Wale zu sehen. Normalerweise stehen die Chancen hier gut, Buckelwale, Zwergwale oder sogar Orcas zu sichten. An diesem Tag jedoch blieb uns dieses Erlebnis verwehrt.
Mein persönlicher Höhepunkt? Definitiv die wohl köstlichste heiße Schokolade meines Lebens, begleitet von einer noch warmen Zimtschnecke – serviert mitten auf dem Wasser. Natürlich hätten wir uns gefreut, einen Wal zu sehen. Aber genau das ist das Wesen der Natur: kein garantiertes Spektakel, kein Programm auf Knopfdruck. Und gerade deshalb ist der Moment so besonders, wenn er dann eintritt.
Für uns ist klar: Unsere Tochter soll Tiere nicht im Zoo oder Aquarium sehen, sondern in ihrer natürlichen Umgebung. Dort, wo sie hingehören. Dass man dabei auch einmal leer ausgeht, gehört dazu.
Whale Watching ist kein Versprechen. Es ist die Chance auf eine Begegnung. Und selbst wenn sie ausbleibt, bleibt das Erlebnis – die Weite des Meeres, die Stille, das Warten. Auch das ist wertvoll. Auch das ist Island.
Nach unserer Bootstour – auch wenn wir keinen Wal gesehen hatten – wollten wir unbedingt mehr über diese faszinierenden Meeresriesen erfahren. Also besuchten wir das Walmuseum von Húsavík, direkt am Hafen gelegen. Und ich kann nur sagen: Es war absolut lohnenswert.
Unter der hohen Decke hängen komplette Walknochen in Originalgröße – und plötzlich begreift man die schiere Dimension dieser sonst so lautlosen Giganten. Besonders das Skelett eines Blauwals, des größten Lebewesens der Erde, ist einfach überwältigend. Ein stiller Koloss – und ein eindrucksvolles Finale unserer Reise in die Welt der Wale.
Das Museum überzeugt durch seine Liebe zum Detail und den hohen Anspruch an Wissensvermittlung. Neben faszinierenden Einblicken in Biologie und Evolution der Wale findet man fundierte Infos zu den verschiedenen Arten im Nordatlantik. Positiv hervorzuheben: Auch die Geschichte des Walfangs in Island wird offen behandelt – von den Anfängen über seine kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung bis hin zu heutigen Schutzmaßnahmen und der Rolle des Whale Watchings im nachhaltigen Tourismus.
Auch für Kinder ist gesorgt: Im hinteren Bereich gibt es eine kleine Spielecke mit Bastelmaterial, Büchern und Platz zum Entdecken – liebevoll gestaltet und perfekt, um die Kleinen einzubeziehen.
Zum Abschluss stöberten wir noch im Museumsshop – eine wahre Schatzkammer. Statt kitschiger Souvenirs gibt es hier hochwertige, geschmackvolle Erinnerungsstücke: Poster, Bücher, Kuschelwale, nachhaltige Produkte und besondere Kleinigkeiten rund um Meer und Natur. Der ideale Ort, um ein Stück Island mit nach Hause zu nehmen.
Gerade als ich dachte, das beeindruckendste Schwimmbad Islands schon erlebt zu haben, stießen wir auf die GeoSea Geothermal Sea Baths in Húsavík – ein echter Geheimtipp für alle, die Erholung mit grandiosen Ausblicken verbinden wollen.
Seit der Eröffnung 2018 bieten die GeoSea-Bäder ein ganz besonderes Erlebnis: Mehrere runde, unterschiedlich warme Becken schmiegen sich direkt an die Klippen. Während man im salzhaltigen, warmen Meerwasser entspannt, reicht der Blick über den Fjord, hin zu schneebedeckten Bergen – und mit etwas Glück entdeckt man sogar vorbeiziehende Wale oder Delfine.
Geöffnet ist täglich von 12 bis 22 Uhr, in den Sommermonaten sogar bis Mitternacht. Wer dann im richtigen Moment dort ist, kann unter freiem Himmel im Pool liegen und dabei die Nordlichter am Himmel tanzen sehen – ein Erlebnis, das man wohl nie vergisst.
Walbeobachtung an der Küste und entspannte Rückfahrt nach Reykjavik – Natur pur und unvergessliche Ausblicke.
Das Besondere an den Walbeobachtungstouren in Húsavík: Bleibt die erste Ausfahrt ohne Sichtung, bekommt man die Möglichkeit, an einem anderen Tag kostenlos erneut teilzunehmen. Eine faire, respektvolle Geste – und genau das haben wir genutzt.
Manchmal braucht es eben einen zweiten Versuch für das ganz große Erlebnis.
Diesmal führte uns der Weg nach Árskógssandur – ein kleiner, ruhiger Ort etwa anderthalb Stunden von Húsavík entfernt, idyllisch an einem stillen Fjord gelegen. Ein anderer Ausgangspunkt, aber mit derselben Hoffnung: endlich einen Wal in freier Wildbahn zu sehen.
Die Chancen standen gut – ein Buckelwal war in der Gegend gesichtet worden. Also fuhren wir hinaus aufs Meer, mit einer Mischung aus gespannter Erwartung und vorsichtiger Hoffnung. Und dann, nach etwa einer Stunde Fahrt: ein magischer Moment.
Zuerst nur ein Rücken, der sanft durch die Wasseroberfläche glitt. Dann die typische Fontäne, die kraftvoll in den Himmel stieg. Und schließlich das Bild, auf das wir gewartet hatten: Ein riesiger Wal tauchte ab und präsentierte uns seine gewaltige, schwarz-weiße Fluke, bevor er lautlos im Ozean verschwand.
Dreimal durften wir ihn sehen. Dreimal dieses Staunen. Dreimal dieses Herzklopfen, das man nur verspürt, wenn man einem so majestätischen Lebewesen in Freiheit begegnet. Worte können kaum wiedergeben, wie sich das anfühlt. Ein Erlebnis, das bleibt – und der schönste Beweis, dass sich Geduld lohnt.
Danach ging es für uns nur noch weiter nach Reykjavík.
Den Vormittag verbrachten wir in Reykjavík, der charmanten Hauptstadt Islands. Ich genieße es jedes Mal, durch die kleinen Souvenirläden zu bummeln und all die detailverliebten Dinge zu entdecken – jedes Stück trägt ein bisschen Island in sich.
Diesmal haben mich aber vor allem die Secondhandläden begeistert. Die Auswahl ist vielfältig, geschmackvoll und oft überraschend originell. Für unsere Tochter fand ich einen traumhaften Islandpullover – weich, warm und absolut zeitlos. Und für mich selbst? Eine neue (alte) Jacke als Erinnerungsstück an diese Reise. Nachhaltig, einzigartig – und voller Geschichten.
Manchmal entstehen die schönsten Reisemomente ganz unverhofft – oder durch liebe Menschen, die man unterwegs (oder online) kennenlernt. So schrieb mir eine Followerin, dass sie auf einem Reitstall arbeitet – nur etwa 30 Minuten von Reykjavík entfernt – und lud uns herzlich ein, vorbeizukommen.
So fanden wir uns bei Íshestar wieder, einem der bekanntesten Reitställe Islands. Schon beim Ankommen war klar: Hier steckt Herzblut drin. Helle, offene Ställe, ausgeglichene Pferde, ein respektvoller Umgang – und das Gefühl, sofort willkommen zu sein. Ganz egal, ob man Anfänger ist oder schon Erfahrung mitbringt.
Gerade für Familien mit kleinen Kindern – wie bei uns – ist eine private Reittour ideal. Ohne Zeitdruck, im eigenen Tempo und mit viel Einfühlungsvermögen.
Wer mit größeren Kindern oder Jugendlichen reist, hat die Wahl zwischen zahlreichen Touren: von kurzen Ein-Stunden-Ritten durch Lavafelder und Wiesen bis hin zu mehrtägigen Abenteuern mit Übernachtung. Natürlich auf Islandpferden – bekannt für ihr sanftes Wesen, ihre Trittsicherheit und den einzigartigen Tölt-Gang, der so angenehm und gleichmäßig zu reiten ist.
Ein Erlebnis, das verbindet – mit der Natur, den Pferden und den Menschen vor Ort.
Der größte Wunsch unserer Tochter: einmal echte, glühende Lava sehen. Eine Idee, die uns die ganze Woche begleitete – doch wie lässt sich so ein Traum erfüllen, wenn gerade kein Vulkan ausbricht?
Die Antwort fanden wir in der Lava Show in Reykjavík – und was soll ich sagen: Es war ein Erlebnis, das uns alle tief beeindruckt hat.
Der Besuch begann mit einer freundlichen Begrüßung und einem kurzen, informativen Film über die vulkanische Aktivität Islands. Wir erfuhren Spannendes über die geologischen Eigenheiten der Insel, vergangene Ausbrüche und die Bedeutung des Feuers im Alltag der Isländer.
Dann kam der Höhepunkt: Vor unseren Augen wurde echte Lava auf über 1.100 °C erhitzt und in den Vorführraum gegossen. Das Zischen, die intensive Hitze, das gleißende Leuchten – ein Schauspiel, das alle Sinne packt. Man spürt die Energie der Erde unmittelbar, sieht, wie die glühende Masse auf kühlem Untergrund erstarrt und sich dabei in Sekunden verwandelt.
Die gesamte Show dauert etwa 50 Minuten und wird kompetent, zugleich aber humorvoll moderiert. So wird das komplexe Zusammenspiel von Lavaflüssen und Eruptionen verständlich, spannend und greifbar gemacht.
Ein echtes Highlight – für Groß und Klein gleichermaßen. Und ein eindrucksvoller Beweis, dass Naturwunder selbst im kontrollierten Rahmen nichts von ihrer Faszination verlieren.
Wer im Winter nach Island reist, hat meist einen großen Wunsch: einmal die Nordlichter sehen. Es gibt zahllose Tourangebote – doch für mich stand fest: Ich wollte dieses Erlebnis in einer kleinen, persönlichen Runde teilen, begleitet von einem Guide, der nicht nur die Polarlichter versteht, sondern auch unvergessliche Fotos machen kann. Rückblickend war das die beste Entscheidung überhaupt.
Unsere Tour begann gegen 21 Uhr in Reykjavík. Gemeinsam mit unserem Guide fuhren wir hinaus – weg von den Lichtern der Stadt, hinein in die Dunkelheit, immer auf der Suche nach dem perfekten Platz. An mehreren Stopps stieg die Spannung: Würden sie heute erscheinen?
Und dann – ganz plötzlich – schwebten grünliche Schleier über den Himmel. Lautlos, fließend, wie lebendige Farben, die sich bewegen. Ein Moment voller Magie, in dem alles stillsteht.
Besonders schön war, dass unser Guide uns zeigte, wie man die Nordlichter sogar mit dem Handy festhalten kann – mit ein paar einfachen Einstellungen, die tatsächlich funktionierten. Zusätzlich machte er von allen Teilnehmern professionelle Fotos, perfekt inszeniert vor dem flirrenden Nachthimmel.
Als kleines Extra gab es heiße Schokolade und einen Schokoriegel – Kleinigkeiten, die in der eisigen Nacht unglaublich gutgetan haben.
Gegen 1 Uhr nachts waren wir wieder zurück im Hotel – durchgefroren, aber überglücklich. Und das Beste: Wie beim Whale Watching bieten viele Anbieter die Möglichkeit, kostenlos an einer weiteren Tour teilzunehmen, falls man beim ersten Mal kein Glück hat.
Für mich war es eines der absoluten Highlights dieser Reise. Dieses Naturschauspiel mit eigenen Augen zu sehen – und es gleichzeitig fotografisch festzuhalten – bleibt unvergesslich. Eine Nacht, die man im Herzen trägt.
Am Ende unserer Reise saßen wir schließlich wieder im Flugzeug Richtung Heimat. Die Eindrücke der letzten Tage hallten nach, und ich empfand vor allem eines: tiefe Dankbarkeit. Für all die Orte, die wir sehen durften, für die Begegnungen mit Menschen – und für die vielen stillen, magischen Momente dazwischen.
Island hatte uns verzaubert.
Der Rückflug mit Play Airlines verlief – wie auch schon der Hinflug – angenehm und unkompliziert. Freundliche Crew, professioneller Service, alles entspannt und ruhig.
Mit einem Herzen voller Erinnerungen und einer Kamera voller Bilder, die uns immer wieder zurück in diese Landschaft tragen werden, flogen wir nach Hause. Und auch wenn die Reise damit endete, wusste ich:
Dieses Abenteuer bleibt in uns lebendig. Still. Klar. Und unvergessen.
Island Rundreise – 10 Tage voller Natur und Abenteuer. Es gibt Reiseziele, die einen auf ganz besondere Weise fesseln – nicht nur wegen ihrer spektakulären Landschaft, sondern weil sie sich unauslöschlich im Herzen verankern. Island gehört zweifellos dazu. Schon bei der Ankunft spürt man die Kraft dieses Landes: schwarze Strände aus Vulkansand, donnernde Wasserfälle und dampfende Thermalquellen ziehen einen sofort in ihren Bann. Hier fühlt sich alles intensiver an – als ob man der Natur in ihrer reinsten Form begegnet und die Erde selbst ihre Geschichte erzählt.
Schon kurz nach der Landung und der Fahrt mit unserem Mietwagen zur ersten Unterkunft wurde uns bewusst, wie pulsierend und wild Island wirklich ist. Ein eindrucksvollerer Start für unsere 10-tägige Rundreise hätte kaum möglich sein können: Vor uns entfaltete sich eine fast unwirkliche Szenerie – endlose Lavafelder, teils noch mit Schnee überzogen, aus deren Spalten immer wieder Dampfschwaden aufstiegen. Ein Moment, der uns unmittelbar in die ungebändigte Schönheit dieser Insel eintauchen ließ.
Unsere Route führte uns zunächst durch das Gebiet rund um die Blaue Lagune – eine Region, die zuletzt immer wieder Schlagzeilen machte: Grindavík und die Reykjanes-Halbinsel, wo erst im vergangenen Jahr erneut ein Vulkan ausgebrochen ist.
Nach der Landung am Flughafen holten wir direkt unseren Mietwagen ab.
Island befindet sich direkt auf der Bruchlinie zwischen der Nordamerikanischen und der Eurasischen Platte – zwei gewaltigen Erdplatten, die sich jedes Jahr um ein paar Zentimeter voneinander entfernen. Diese ständige Bewegung sorgt dafür, dass die Insel zu den aktivsten geologischen Regionen der Welt gehört. Über viele Jahrhunderte blieb die Reykjanes-Halbinsel ruhig – bis es 2021 plötzlich zum ersten Ausbruch seit fast 800 Jahren kam: Der Fagradalsfjall erwachte zum Leben, schleuderte über Monate hinweg glühende Lava und schuf damit eine völlig neue Landschaft.
Doch es blieb nicht bei diesem Ereignis: In den Jahren 2022, 2023 und 2024 folgten weitere Eruptionen. Ganze Orte mussten geräumt werden, Lavaströme bedrohten Straßen und Bauwerke, einige Häuser wurden zerstört – glücklicherweise kam dabei niemand ums Leben.
Das Beeindruckendste daran? Selbst Monate nach den Ausbrüchen ist die Lava noch heiß und aktiv. Während unserer Fahrt entdeckten wir immer wieder aufsteigende Rauchschwaden – ein Bild, das fast unwirklich wirkte. Man hatte das Gefühl, durch eine Science-Fiction-Landschaft zu reisen, in der die Erde sichtbar pulsiert und atmet.
Von außen erinnert das Ferienhaus an eine einfache Scheune – doch sobald man eintritt, offenbart sich ein modernes, minimalistisches Design in sanften Naturtönen. Helles Holz, warme Farben und großzügige Fensterflächen schaffen eine gemütliche, harmonische Stimmung und geben den Blick auf die umliegende Natur immer wieder frei.
Besondere, nachhaltig geführte Unterkünfte wie diese stoße ich regelmäßig über die Plattform GoodTravel. Dort dreht sich alles um verantwortungsbewusstes Reisen: Vorgestellt werden sorgfältig ausgewählte Unterkünfte, die nicht nur durch Stil und Individualität beeindrucken, sondern auch mit einem durchdachten Nachhaltigkeitsansatz punkten – ob umweltfreundliches Handeln, regionale Verankerung oder soziales Engagement. Vom gemütlichen Ferienhaus über ökologische Boutique-Hotels bis hin zu außergewöhnlichen Glamping-Erlebnissen – bei GoodTravel entdeckt man Orte, die achtsames Reisen zu etwas Besonderem machen.
Ein nachhaltiges Refugium – das Barn House
Ein echtes Highlight am Barn House ist die komplett ausgestattete Küche. Da Restaurantbesuche in Island schnell teuer werden können, ist es ein großer Vorteil, sich selbst etwas Gutes zu kochen. Mit dem Blick aufs Meer schmeckt es gleich doppelt so lecker. Und nach einem ereignisreichen Tag gibt es kaum etwas Besseres, als im Hot Tub im Garten zu entspannen. Eigentlich möchte man dieses Haus gar nicht mehr verlassen.
Nur wenige Schritte entfernt führt ein kleiner Pfad über den Deich direkt ans Meer – und plötzlich steht man mitten in Islands unberührter Natur: schwarzer Sand, schroffe Klippen und das weite Meer. Ein Ort, der tief unter die Haut geht.
Für unsere Tochter war es wie ein kleines Abenteuerland. Sie hüpfte durch Pfützen, suchte Muscheln, Schnecken und Algen – und wir wurden erneut daran erinnert, wie wenig es in Island braucht, um ins Staunen zu geraten. Oft liegen die schönsten Momente direkt vor der Haustür.
Nachhaltigkeit im Barn House
Das Umweltbewusstsein beginnt schon bei der Bauweise: Verwendet wurden regionale Materialien, die optimal an die isländischen Wetterbedingungen angepasst sind. Die großen Fenster lassen viel Tageslicht herein, sodass tagsüber kaum künstliches Licht benötigt wird. Dank exzellenter Dämmung bleibt es selbst im Winter angenehm warm – und das bei geringem Energieverbrauch. Alles ist sorgfältig durchdacht und auf die Zukunft ausgerichtet.
Für uns war das Barn House der perfekte Auftakt unserer Island-Rundreise – ein Ort zum Ankommen, Entspannen und Wohlfühlen.
Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg ins Küstendörfchen Stokkseyri – ein weiterer lohnenswerter Halt auf unserer 10-tägigen Rundreise durch Island. Der Ort versprüht einen rauen, ursprünglichen Charme und gibt spannende Einblicke in die lange Tradition der Fischerei. Noch heute stehen dort alte Steinhäuser mit grasbewachsenen Dächern, die früher als natürliche Dämmung dienten.
Besonders hervorzuheben ist die Þuríðarbúð – eine sorgfältig restaurierte Fischerhütte zu Ehren von Þuríður Einarsdóttir, einer der wenigen bekannten Frauen in der Fischerei des 18. Jahrhunderts.
Das Ortsbild wird zudem von bunten Holzfischerhäusern geprägt, die eindrucksvoll die maritime Vergangenheit Stokkseyris widerspiegeln. Ein kleiner Ort, der durch seine Mischung aus Geschichte, Natur und nordischem Küstenflair nachhaltig beeindruckt.
Unser nächster Halt war Krýsuvík – eines der faszinierendsten Geothermalgebiete der Reykjanes-Halbinsel. Schon beim Aussteigen schlägt einem der markante Schwefelgeruch entgegen, während es ringsum zischt, blubbert und dampft. Man hat das Gefühl, dass die Erde hier selbst atmet – ein Naturerlebnis, das gleichermaßen beeindruckt und ein wenig geheimnisvoll wirkt.
Ein gut ausgebauter Rundweg führt durch das Gebiet vorbei an kochenden Schlammtöpfen, dampfenden Spalten und sprudelnden Quellen. Besonders eindrucksvoll: Da Krýsuvík leicht erhöht liegt, bieten mehrere Aussichtspunkte einen atemberaubenden Blick ins Tal und über die ungewöhnlich geformte Landschaft.
Unvergesslich machte diesen Besuch der tiefe Winter: Das gesamte Areal war von Schnee bedeckt. Obwohl ich Island schon oft bereist habe, war es für mich das erste Mal, ein solches Geothermalfeld in einer verschneiten Kulisse zu erleben. Der Kontrast zwischen dem weißen Schnee und den gelben, roten und grünen Schwefelfeldern, kombiniert mit den aufsteigenden Dampfwolken, verwandelte die Szenerie in ein surreales Panorama – wie aus einer anderen Welt.
Nur ein paar Kilometer weiter erwartete uns schon das nächste Naturwunder: tiefschwarze Sanddünen. In Island zwar häufig zu finden – und dennoch ziehen sie mich jedes Mal aufs Neue in ihren Bann.
Doch warum sind die Strände hier eigentlich schwarz? Der Grund liegt in der vulkanischen Entstehung des Landes. Im Gegensatz zu den weißen Quarzsandstränden vieler anderer Regionen besteht Islands Sand aus fein zermahlener, erkalteter Lava. Über Jahrhunderte haben Wind, Wellen und Regen das Gestein zersetzt – so entstanden diese mystisch dunklen Strände, die Island weltweit so einzigartig machen.
Gerade hier, zwischen den schwarzen Dünen, offenbarte sich der ganze Kontrast der Natur: tiefdunkler Lavasand, golden schimmerndes Dünengras, das funkelnde Meer auf der einen Seite und verschneite Berge auf der anderen.
Wir schlenderten gemütlich am Ufer entlang, hörten dem Rhythmus der Wellen zu – und stießen auf ein kleines Kunstwerk aus Treibholz, das wohl schon von anderen Reisenden begonnen worden war und das wir kurzerhand weitersetzten.
Strandfeeling in Island? Ganz anders als am Mittelmeer – aber genauso magisch. Vielleicht sogar noch intensiver.
Tomaten-Genuss im Gewächshaus Friðheimar, Besuch des Wasserfalls Borgarfoss und Ankunft in unserem Traumhaus am Meer.
Ein Abendessen im Gewächshaus? Genau das macht Friðheimar so besonders. Zwischen unzähligen Tomatenpflanzen, die hier das ganze Jahr über unter Glas kultiviert werden, genießt man frisch zubereitete Speisen direkt dort, wo sie wachsen. Wer dieses Erlebnis mitnehmen möchte, sollte unbedingt vorab reservieren – die Plätze sind sehr gefragt und schnell vergeben.
Da wir keine Reservierung hatten, blieben uns zwei Optionen: Tomatensuppe an der Bar oder ein Platz in der Vinothek. Und was soll ich sagen? Die Vinothek war ein Glücksgriff – fast noch stimmungsvoller als das eigentliche Gewächshaus. Auch dort sitzt man unter Glas, jedoch in ruhigerer Atmosphäre, mit einem ganz eigenen Charme: edle Holztische, braune Ledersessel, eine stilvolle Bücherwand und ein Tresen aus grobem Naturstein. Ein architektonisches Schmuckstück.
Kulinarisch ist Friðheimar ein Paradies für alle, die Tomaten lieben. Wir entschieden uns für Bruschetta mit Tomaten, zwei Portionen der legendären Tomatensuppe und zum krönenden Abschluss einen Cheesecake mit Tomatenmarmelade. Klingt ungewöhnlich? Ja. Schmeckt fantastisch!
Doch Friðheimar ist mehr als ein Restaurant – es ist ein beeindruckendes Öko-Projekt und ein Paradebeispiel für nachhaltige Landwirtschaft in Island. Die Tomaten wachsen hier vollständig mit erneuerbarer Energie, unter streng kontrollierten Bedingungen. Was auf dem Teller landet, kommt direkt aus dem eigenen Gewächshaus – frischer, regionaler und ressourcenschonender geht es kaum.
Nach unserem Stopp im Friðheimar – einem der kulinarischen Highlights unserer Islandreise – fuhren wir weiter zum Borgarfoss-Wasserfall. Gerade einmal eine halbe Stunde entfernt, und doch erwartete uns eine völlig andere Welt. Keine Menschenmassen, keine Absperrungen, keine Geräuschkulisse – nur pure, unberührte Natur.
Im Winter entfaltet der Borgarfoss einen ganz besonderen Zauber: Das Wasser rauscht über vereiste Felsen in die Tiefe, während die gesamte Umgebung in Schnee und Eis gehüllt ist. Statt sattem Sommergrün prägen kräftige Kontraste aus Weiß, Schwarz und feiner Gischt die Szenerie – ein Anblick, der die wilde Schönheit Islands noch eindrucksvoller sichtbar macht.
Am Nachmittag kamen wir bei unserer nächsten Unterkunft an: dem Black House in der Nähe von Borgarnes – und ich war sofort verliebt. Das tiefschwarz verkleidete Holzhaus, von den Eigentümern eigenhändig und mit viel Hingabe gebaut, strahlt echten nordischen Charakter aus.
Direkt am Meer gelegen, eröffnet es einen traumhaften Ausblick über die Bucht bis hin zur Stadt. An klaren Tagen reicht der Blick sogar bis zu den schneebedeckten Bergen im Norden – eine Kulisse, die kaum zu übertreffen ist.
Schon im Eingangsbereich standen Gummistiefel bereit – die wir uns gleich schnappten, um das Gelände zu erkunden. Ein kurzer Weg führte uns ans Meer, wo wir durchs Watt spazierten. Auch ein kleiner Wasserfall und der nahe Strand luden zum Verweilen und Entdecken ein.
Es war einer dieser ruhigen, fast magischen Augenblicke direkt vor der Haustür – unspektakulär und doch voller Intensität. Besonders unvergesslich: das warme Abendlicht, das durch die großen Fenster ins Wohnzimmer fiel und das gesamte Haus in goldenes Leuchten tauchte.
Auch dieses Schmuckstück haben wir über GoodTravel gefunden – ein weiteres Beispiel dafür, dass nachhaltiges Reisen nicht nur sinnvoll, sondern auch wunderschön sein kann. Hier wird die Unterkunft selbst zum Erlebnis.
Wanderung am Vulkan Grábrók und gemütliche Kaffeepause im charmanten Borgarnes.
Island und seine Vulkane – sie gehören untrennbar zusammen. Einer der beeindruckendsten Krater, den man ganz ohne große Mühe erreichen kann, ist Grábrók. Er liegt im Westen des Landes direkt an der Ringstraße und erhebt sich rund 170 Meter hoch. Entstanden ist er vor etwa 3.000 Jahren durch eine Spalteneruption – heute führt ein komfortabler Holzsteg bis zum Kraterrand, von dem aus man sogar ins Innere blicken kann.
Normalerweise eröffnet sich von dort oben ein spektakuläres Panorama: weite Lavafelder, markante Felsformationen und eine Landschaft, die fast außerirdisch wirkt.
Zumindest in der Theorie. Denn an diesem Morgen spielte das Wetter nicht mit: dichter Nebel, eisiger Wind und kaum Sicht. Aber genau das macht Island aus – das Wetter folgt hier seinen eigenen Regeln. Wer herkommt, sollte deshalb immer eines dabeihaben: Flexibilität und eine Portion Gelassenheit.
Es gibt Orte in Island, die wirken, als wären sie nicht von dieser Welt – und genau so ein Platz ist das Blómasetrið – Kaffi Kyrrð in Borgarnes. Ein Café, das nicht nur mit hervorragendem Kaffee punktet, sondern vor allem mit seiner einzigartigen Stimmung. Es fühlt sich an wie eine Mischung aus Wohnzimmer, Gewächshaus und Kunstgalerie – voller Pflanzen, detailverliebter Deko und einer wohltuenden Ruhe. Passend zum Namen: „Kaffi Kyrrð“ bedeutet nämlich „Café der Stille“.
Schon bei unserer letzten Rundreise waren wir hier und wussten sofort: Da müssen wir unbedingt wieder hin. Und zwar nicht nur wegen der Atmosphäre, sondern auch wegen des berühmten Knoblauchbrots – ein Muss für alle, die Knoblauch lieben.
Hier lässt es sich wunderbar einkuscheln – mit einem Stück Kuchen, einer heißen Schokolade oder einer Tasse Kaffee – und man genießt dieses besondere isländische hygge-Gefühl. Ein schöner Bonus: Im selben Haus gibt es eine kleine Buchhandlung, ideal zum Schmökern.
Für Familien mit Kindern lohnt sich zudem ein Abstecher um die Ecke: Dort wartet der Bjössaróló-Spielplatz. Kein gewöhnlicher Spielplatz, sondern ein Projekt des Zimmermanns Bjössi, der ihn komplett aus recyceltem Material gebaut hat. Statt Standardgeräten gibt es fantasievolle Holzkonstruktionen, kreative Kletterelemente und versteckte Ecken, die Kinder sofort begeistern.
Der ideale Stopp auf einer Island-Rundreise: erst runterkommen im Blómasetrið, dann austoben und staunen auf dem Spielplatz – so sind Groß und Klein gleichermaßen glücklich.
Entspanntes Baden mit Fjordblick in Hófsós und Übernachtung im luxuriösen Sigló Hotel.
Es gibt Orte, die so einzigartig sind, dass Worte ihnen kaum gerecht werden – weil kein Satz das Gefühl einfangen kann, tatsächlich dort zu sein. Auf unserer Island-Rundreise war das Schwimmbad von Hófsós genau solch ein Ort.
Die Lage allein ist spektakulär: Das kleine Freibad liegt hoch über markanten Basaltsäulen, die wie Orgelpfeifen ins Meer hinausragen – schwarz, kantig und uralt. Dahinter öffnet sich ein weiter Fjord, umrahmt von schneebedeckten Bergen. Eine Kulisse, so still und zugleich so kraftvoll, dass man unweigerlich den Atem anhält.
Das Bad selbst ist simpel: ein langgezogenes Becken zum Schwimmen, dazu ein Hot Pot zum Entspannen – mehr braucht es nicht. Ein paar Bahnen im angenehm warmen Wasser, während der kalte Wind über die Oberfläche streicht. Danach im Hot Pot sitzen, den Körper schwer und gelöst, den Blick in die Ferne gerichtet.
Und genau in diesem Moment wird klar, wie laut der Alltag sonst ist – und wie wohltuend es sein kann, einfach nur die Stille zu spüren.
Der Tag begann mit einem Augenblick purer Ruhe. Noch vor dem Frühstück tauchten wir gemeinsam mit unserer Tochter in den warmen Hot Pot direkt vor dem Sigló Hotel ein. Umgeben von morgendlicher Stille, aufsteigendem Dampf und dem Anblick schneebedeckter Berge fühlte es sich an, als ob die Zeit für einen Moment stillstand.
Anschließend wartete im Hotel ein reichhaltiges Frühstücksbuffet, dazu frisch aufgebrühter Kaffee – begleitet von einer Aussicht, die kaum schöner sein könnte. Ein perfekter Start in den Tag, mitten in der friedvollen Atmosphäre des Nordens.
Gestärkt nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Akureyri, der größten Stadt im Norden Islands. Oft als „Hauptstadt des Nordens“ bezeichnet, liegt sie malerisch am Ende des Eyjafjörður und begeistert mit lebendiger Kultur, hübscher Architektur und einer entspannten, typisch nordischen Atmosphäre. Dank des eigenen Flughafens ist Akureyri zudem ein wichtiger Knotenpunkt für die Region.
Unser eigentliches Ziel lag jedoch etwas außerhalb: das Skigebiet Hlíðarfjall, nur rund zehn Minuten mit dem Auto vom Stadtzentrum entfernt. Die Pisten reichen von 500 bis 1.014 Metern Höhe und bieten Wintersportlern knapp 15 Kilometer Abfahrten, verteilt auf 24 Strecken. Acht Lifte – darunter zwei Sessellifte – bringen Besucher bequem zu den verschiedenen Hängen. Ein idealer Ort, um Island einmal aktiv und sportlich zu erleben.
Eigentlich wollten wir mit der Gondel hinauffahren und die Aussicht genießen. Doch da der zweite Sessellift außer Betrieb war, konnten wir nicht bis ganz nach oben. Also haben wir kurzerhand umgeplant – und beschlossen, unserer Tochter das Skifahren beizubringen.
Direkt am Fuß des Berges fanden wir alles, was man dafür braucht: Skiverleih und ein „Magic Carpet“, ein Förderband für Anfänger. Schon nach zwei Stunden machte sie ihre ersten Schwünge im Schnee – ein Erlebnis, das uns unvergesslich bleiben wird.
Für geübte Skifahrer bietet Hlíðarfjall übrigens ein ganz besonderes Highlight: Die Abfahrten führen mit atemberaubendem Blick über den Fjord hinunter – eine Kulisse, die dem Skifahren eine fast meditative Qualität verleiht.
Nach unserem Skitag in Akureyri machten wir Halt an einem ganz besonderen Ort: dem Jólahúsið, dem isländischen Weihnachtshaus, das tatsächlich das ganze Jahr über geöffnet ist. Schon von außen erinnert das rote Häuschen an ein Wintermärchen – und sobald man eintritt, taucht man ein in eine festliche Welt voller Lichter, Farben und liebevoller Details.
Auf zwei Etagen entdeckt man hier alles, was das Weihnachtsherz erfreut: traditionellen isländischen Schmuck für den Baum, internationale Dekorationen und handgefertigte Einzelstücke. Besonders spannend sind die Einblicke in die isländischen Weihnachtstraditionen mit ihren 13 Weihnachtsmännern und der unheimlichen Grýla, einer Riesin, die in alten Geschichten Kinder frisst. Im Erdgeschoss gibt es sogar eine kleine Höhle mit einer Grýla-Skulptur – zugleich schaurig und kindlich verspielt.
Rund um das Haupthaus stehen weitere kleine Gebäude, die das Erlebnis abrunden. Im Eplakofin, dem „Apfelschuppen“, gibt es kandierte Äpfel, während ein Selbstbedienungsladen Kuchen, Kaffee und Tee anbietet.
Wir gönnten uns ein heißes Getränk und machten es uns vor dem knisternden Lagerfeuer im Hof gemütlich. Ein Moment voller Geborgenheit und Ruhe – ich hätte dort ewig verweilen können. So schön, so friedlich, so hyggelig.
Besuch des beeindruckenden Goðafoss, Erkundung der Mývatn-Region und Ankunft im charmanten Húsavík.
Unsere nächste Station war der Goðafoss – einer der berühmtesten und zugleich geschichtsträchtigsten Wasserfälle des Landes. Sein Name, „Wasserfall der Götter“, geht auf ein Ereignis um das Jahr 1000 zurück: Als Island das Christentum annahm, soll der Gesetzessprecher Þorgeir Ljósvetningagoði seine heidnischen Götterfiguren in den Fluss geworfen haben – ein symbolischer Akt für den Glaubenswechsel.
Doch der Goðafoss fasziniert nicht nur durch seine Legende, sondern ebenso durch seine imposante Gestalt: In einem weiten Halbkreis stürzen die Wassermassen über rund 30 Meter Breite etwa 12 Meter in die Tiefe – ein Schauspiel aus donnerndem Klang, feiner Gischt und unbändiger Kraft.
Dank gut angelegter Wege und Aussichtspunkte lässt sich der Wasserfall aus unterschiedlichen Blickwinkeln erleben, jeder davon eindrucksvoll auf seine eigene Weise. Ein Ort, an dem sich Naturgewalt und Geschichte eindrucksvoll miteinander verweben.
Nur wenige hundert Meter unterhalb des Goðafoss findet man den Geitafoss – einen kleineren, oft übersehenen Wasserfall, der dennoch mit einer beeindruckenden Kulisse überrascht. Abseits des Besucherandrangs herrscht hier eine wohltuende Stille, die es ermöglicht, die rohe Kraft des Wassers in aller Ruhe auf sich wirken zu lassen.
Respekt gegenüber der Natur – ein wichtiger Appell
Während unseres Aufenthalts mussten wir leider beobachten, dass viele Besucher die Absperrungen missachteten, um näher an die Wasserfälle heranzukommen oder bessere Fotos zu schießen. Im Schnee waren zahlreiche Spuren außerhalb der markierten Wege zu erkennen – ein Verhalten, das nicht nur riskant ist, sondern auch der sensiblen isländischen Natur erheblichen Schaden zufügt.
Solche Verhaltensweisen haben Konsequenzen: Immer mehr Orte müssen mit Zäunen, Plattformen oder anderen Barrieren gesichert werden – nicht aus Bequemlichkeit, sondern um Menschen und Umwelt gleichermaßen zu schützen.
Wer Island bereist, trägt Verantwortung. Nur wenn wir Rücksicht nehmen und die Regeln respektieren, bleibt ein Ort wie der Geitafoss in seiner Ursprünglichkeit erhalten – für uns selbst, für die Natur und für alle, die ihn noch erleben möchten.
Unsere Route führte uns weiter ins Mývatn-Gebiet – eine der spektakulärsten und geologisch spannendsten Regionen Nordislands. Der Mývatn-See, dessen Name übersetzt „Mückensee“ bedeutet, entstand vor rund 2.500 Jahren durch einen gewaltigen Vulkanausbruch. Mit einer Fläche von etwa 37 Quadratkilometern und einer durchschnittlichen Tiefe von nur 2,5 Metern gehört er zu den größten, aber zugleich flachsten Seen des Landes.
Das nährstoffreiche Wasser und die unzähligen Insekten machen die Gegend zu einem Paradies für Vögel – insbesondere für viele verschiedene Entenarten. Im Sommer zeigt sich die Natur hier in voller Vielfalt, und ja, auch die Mücken sind dann allgegenwärtig. Im Winter dagegen kehrt Ruhe ein – von den surrenden Begleitern ist nichts zu bemerken.
Rund um den See reiht sich eine Sehenswürdigkeit an die nächste: das labyrinthartige Lavafeld Dimmuborgir, der markante Krater Hverfjall oder die dampfenden, schwefelhaltigen Solfataren von Námaskarð – eine Landschaft, die wirkt, als sei sie nicht von dieser Welt.
Wir entschieden uns für eine kleine Wanderung auf der Halbinsel Höfði – ein eher verstecktes, aber umso bezauberndes Naturjuwel am Südufer des Mývatn-Sees.
Das Besondere an diesem Ort: Hier findet man tatsächlich Wald. Sanfte Wege schlängeln sich durch lichte Birkenhaine, vorbei an moosbewachsenen Felsen, und öffnen immer wieder den Blick über die Weite des Sees.
Ein Höhepunkt sind die imposanten Felsformationen Klasar und Kálfastrandarstrípar – markante Basaltsäulen, die wie Skulpturen direkt aus dem Wasser ragen. Ein Platz, der sich perfekt für eine kleine Rast, eindrucksvolle Fotos oder einfach stilles Innehalten eignet.
Nur wenige Kilometer östlich des Mývatn-Sees eröffnet sich eine Szenerie, die wirkt, als stamme sie nicht von dieser Welt: Námaskarð, ein aktives Hochtemperaturgebiet am Fuße des Námafjall – und ein spektakulärer Gegenpol zu den anderen Landschaften unserer Island-Rundreise.
Schon beim Aussteigen nimmt man den intensiven Schwefelgeruch wahr – gewöhnungsbedürftig, aber unverkennbar Teil des Erlebnisses. Was hier aus der Erde dringt, ist reine Geothermie: überall zischt und brodelt es, Fumarolen stoßen Dampf aus, Schlammtöpfe blubbern, der Boden selbst scheint zu atmen.
Und die Farben? Einfach überwältigend. Strahlendes Gelb, rostiges Rot, tiefes Grau – ein fast künstlerisches Zusammenspiel, geformt durch Schwefel, Eisenoxide und andere Mineralien. Eine Landschaft voller Extreme, voller Energie – einzigartig und unvergleichlich.
Námaskarð liegt direkt in der aktiven Riftzone, die Island durchzieht – dort, wo die eurasische und die nordamerikanische Platte langsam auseinanderdriften. Das Resultat: eine extrem dünne Erdkruste, durch die die Hitze aus dem Erdinneren besonders leicht entweichen kann. Ein Ort, an dem man gewissermaßen einen Blick in die Tiefe der Erde wirft.
Unser letzter Stopp brachte uns ins kleine Hafenstädtchen Húsavík im hohen Norden Islands – einen Ort, den viele als „Walhauptstadt“ des Landes kennen. Genau deshalb stand er schon lange auf unserer Liste. Der Traum, Wale in freier Wildbahn zu erleben, begleitete uns seit Jahren – und Húsavík gilt als einer der besten Plätze Europas dafür.
Das Städtchen selbst ist überschaubar, aber voller Charme: bunte Holzhäuser, ein stiller Hafen mit sanft schaukelnden Ausflugsbooten und eine wilde, dramatische Küstenlandschaft ringsum, die so typisch für den Norden Islands ist. Ein Ort, der sofort Ruhe ausstrahlt – und die ideale Bühne für das letzte große Abenteuer unserer Island-Rundreise.
Walbeobachtung, Besuch des Walmuseums in Húsavík und Entspannung im schönsten Thermalbad der Region.
Die Walbeobachtungstour in Húsavík war für uns ein absolutes Highlight – denn wenn man schon in der „Walhauptstadt Islands“ ist, will man die Gelegenheit natürlich nutzen. Uns wurde zwar gleich zu Beginn gesagt, dass wir noch vor der eigentlichen Hauptsaison unterwegs sind, aber wir wollten es trotzdem wagen. Und ehrlich: Schon allein die Aussicht vom Boot aus war jede Minute wert.
Die Organisation war hervorragend. Vor dem Start erhielten wir eine kurze Einführung, dazu bekamen alle Gäste warme, winddichte Overalls – absolut unverzichtbar, denn draußen auf dem Meer kann es eisig werden.
Dann ging es los: Rund drei Stunden lang fuhren wir den Fjord entlang hinaus Richtung offenes Meer – gespannt, ob wir das Glück haben würden, Wale zu sehen. Normalerweise stehen die Chancen hier gut, Buckelwale, Zwergwale oder sogar Orcas zu sichten. An diesem Tag jedoch blieb uns dieses Erlebnis verwehrt.
Mein persönlicher Höhepunkt? Definitiv die wohl köstlichste heiße Schokolade meines Lebens, begleitet von einer noch warmen Zimtschnecke – serviert mitten auf dem Wasser. Natürlich hätten wir uns gefreut, einen Wal zu sehen. Aber genau das ist das Wesen der Natur: kein garantiertes Spektakel, kein Programm auf Knopfdruck. Und gerade deshalb ist der Moment so besonders, wenn er dann eintritt.
Für uns ist klar: Unsere Tochter soll Tiere nicht im Zoo oder Aquarium sehen, sondern in ihrer natürlichen Umgebung. Dort, wo sie hingehören. Dass man dabei auch einmal leer ausgeht, gehört dazu.
Whale Watching ist kein Versprechen. Es ist die Chance auf eine Begegnung. Und selbst wenn sie ausbleibt, bleibt das Erlebnis – die Weite des Meeres, die Stille, das Warten. Auch das ist wertvoll. Auch das ist Island.
Nach unserer Bootstour – auch wenn wir keinen Wal gesehen hatten – wollten wir unbedingt mehr über diese faszinierenden Meeresriesen erfahren. Also besuchten wir das Walmuseum von Húsavík, direkt am Hafen gelegen. Und ich kann nur sagen: Es war absolut lohnenswert.
Unter der hohen Decke hängen komplette Walknochen in Originalgröße – und plötzlich begreift man die schiere Dimension dieser sonst so lautlosen Giganten. Besonders das Skelett eines Blauwals, des größten Lebewesens der Erde, ist einfach überwältigend. Ein stiller Koloss – und ein eindrucksvolles Finale unserer Reise in die Welt der Wale.
Das Museum überzeugt durch seine Liebe zum Detail und den hohen Anspruch an Wissensvermittlung. Neben faszinierenden Einblicken in Biologie und Evolution der Wale findet man fundierte Infos zu den verschiedenen Arten im Nordatlantik. Positiv hervorzuheben: Auch die Geschichte des Walfangs in Island wird offen behandelt – von den Anfängen über seine kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung bis hin zu heutigen Schutzmaßnahmen und der Rolle des Whale Watchings im nachhaltigen Tourismus.
Auch für Kinder ist gesorgt: Im hinteren Bereich gibt es eine kleine Spielecke mit Bastelmaterial, Büchern und Platz zum Entdecken – liebevoll gestaltet und perfekt, um die Kleinen einzubeziehen.
Zum Abschluss stöberten wir noch im Museumsshop – eine wahre Schatzkammer. Statt kitschiger Souvenirs gibt es hier hochwertige, geschmackvolle Erinnerungsstücke: Poster, Bücher, Kuschelwale, nachhaltige Produkte und besondere Kleinigkeiten rund um Meer und Natur. Der ideale Ort, um ein Stück Island mit nach Hause zu nehmen.
Gerade als ich dachte, das beeindruckendste Schwimmbad Islands schon erlebt zu haben, stießen wir auf die GeoSea Geothermal Sea Baths in Húsavík – ein echter Geheimtipp für alle, die Erholung mit grandiosen Ausblicken verbinden wollen.
Seit der Eröffnung 2018 bieten die GeoSea-Bäder ein ganz besonderes Erlebnis: Mehrere runde, unterschiedlich warme Becken schmiegen sich direkt an die Klippen. Während man im salzhaltigen, warmen Meerwasser entspannt, reicht der Blick über den Fjord, hin zu schneebedeckten Bergen – und mit etwas Glück entdeckt man sogar vorbeiziehende Wale oder Delfine.
Geöffnet ist täglich von 12 bis 22 Uhr, in den Sommermonaten sogar bis Mitternacht. Wer dann im richtigen Moment dort ist, kann unter freiem Himmel im Pool liegen und dabei die Nordlichter am Himmel tanzen sehen – ein Erlebnis, das man wohl nie vergisst.
Walbeobachtung an der Küste und entspannte Rückfahrt nach Reykjavik – Natur pur und unvergessliche Ausblicke.
Das Besondere an den Walbeobachtungstouren in Húsavík: Bleibt die erste Ausfahrt ohne Sichtung, bekommt man die Möglichkeit, an einem anderen Tag kostenlos erneut teilzunehmen. Eine faire, respektvolle Geste – und genau das haben wir genutzt.
Manchmal braucht es eben einen zweiten Versuch für das ganz große Erlebnis.
Diesmal führte uns der Weg nach Árskógssandur – ein kleiner, ruhiger Ort etwa anderthalb Stunden von Húsavík entfernt, idyllisch an einem stillen Fjord gelegen. Ein anderer Ausgangspunkt, aber mit derselben Hoffnung: endlich einen Wal in freier Wildbahn zu sehen.
Die Chancen standen gut – ein Buckelwal war in der Gegend gesichtet worden. Also fuhren wir hinaus aufs Meer, mit einer Mischung aus gespannter Erwartung und vorsichtiger Hoffnung. Und dann, nach etwa einer Stunde Fahrt: ein magischer Moment.
Zuerst nur ein Rücken, der sanft durch die Wasseroberfläche glitt. Dann die typische Fontäne, die kraftvoll in den Himmel stieg. Und schließlich das Bild, auf das wir gewartet hatten: Ein riesiger Wal tauchte ab und präsentierte uns seine gewaltige, schwarz-weiße Fluke, bevor er lautlos im Ozean verschwand.
Dreimal durften wir ihn sehen. Dreimal dieses Staunen. Dreimal dieses Herzklopfen, das man nur verspürt, wenn man einem so majestätischen Lebewesen in Freiheit begegnet. Worte können kaum wiedergeben, wie sich das anfühlt. Ein Erlebnis, das bleibt – und der schönste Beweis, dass sich Geduld lohnt.
Danach ging es für uns nur noch weiter nach Reykjavík.
Den Vormittag verbrachten wir in Reykjavík, der charmanten Hauptstadt Islands. Ich genieße es jedes Mal, durch die kleinen Souvenirläden zu bummeln und all die detailverliebten Dinge zu entdecken – jedes Stück trägt ein bisschen Island in sich.
Diesmal haben mich aber vor allem die Secondhandläden begeistert. Die Auswahl ist vielfältig, geschmackvoll und oft überraschend originell. Für unsere Tochter fand ich einen traumhaften Islandpullover – weich, warm und absolut zeitlos. Und für mich selbst? Eine neue (alte) Jacke als Erinnerungsstück an diese Reise. Nachhaltig, einzigartig – und voller Geschichten.
Manchmal entstehen die schönsten Reisemomente ganz unverhofft – oder durch liebe Menschen, die man unterwegs (oder online) kennenlernt. So schrieb mir eine Followerin, dass sie auf einem Reitstall arbeitet – nur etwa 30 Minuten von Reykjavík entfernt – und lud uns herzlich ein, vorbeizukommen.
So fanden wir uns bei Íshestar wieder, einem der bekanntesten Reitställe Islands. Schon beim Ankommen war klar: Hier steckt Herzblut drin. Helle, offene Ställe, ausgeglichene Pferde, ein respektvoller Umgang – und das Gefühl, sofort willkommen zu sein. Ganz egal, ob man Anfänger ist oder schon Erfahrung mitbringt.
Gerade für Familien mit kleinen Kindern – wie bei uns – ist eine private Reittour ideal. Ohne Zeitdruck, im eigenen Tempo und mit viel Einfühlungsvermögen.
Wer mit größeren Kindern oder Jugendlichen reist, hat die Wahl zwischen zahlreichen Touren: von kurzen Ein-Stunden-Ritten durch Lavafelder und Wiesen bis hin zu mehrtägigen Abenteuern mit Übernachtung. Natürlich auf Islandpferden – bekannt für ihr sanftes Wesen, ihre Trittsicherheit und den einzigartigen Tölt-Gang, der so angenehm und gleichmäßig zu reiten ist.
Ein Erlebnis, das verbindet – mit der Natur, den Pferden und den Menschen vor Ort.
Der größte Wunsch unserer Tochter: einmal echte, glühende Lava sehen. Eine Idee, die uns die ganze Woche begleitete – doch wie lässt sich so ein Traum erfüllen, wenn gerade kein Vulkan ausbricht?
Die Antwort fanden wir in der Lava Show in Reykjavík – und was soll ich sagen: Es war ein Erlebnis, das uns alle tief beeindruckt hat.
Der Besuch begann mit einer freundlichen Begrüßung und einem kurzen, informativen Film über die vulkanische Aktivität Islands. Wir erfuhren Spannendes über die geologischen Eigenheiten der Insel, vergangene Ausbrüche und die Bedeutung des Feuers im Alltag der Isländer.
Dann kam der Höhepunkt: Vor unseren Augen wurde echte Lava auf über 1.100 °C erhitzt und in den Vorführraum gegossen. Das Zischen, die intensive Hitze, das gleißende Leuchten – ein Schauspiel, das alle Sinne packt. Man spürt die Energie der Erde unmittelbar, sieht, wie die glühende Masse auf kühlem Untergrund erstarrt und sich dabei in Sekunden verwandelt.
Die gesamte Show dauert etwa 50 Minuten und wird kompetent, zugleich aber humorvoll moderiert. So wird das komplexe Zusammenspiel von Lavaflüssen und Eruptionen verständlich, spannend und greifbar gemacht.
Ein echtes Highlight – für Groß und Klein gleichermaßen. Und ein eindrucksvoller Beweis, dass Naturwunder selbst im kontrollierten Rahmen nichts von ihrer Faszination verlieren.
Wer im Winter nach Island reist, hat meist einen großen Wunsch: einmal die Nordlichter sehen. Es gibt zahllose Tourangebote – doch für mich stand fest: Ich wollte dieses Erlebnis in einer kleinen, persönlichen Runde teilen, begleitet von einem Guide, der nicht nur die Polarlichter versteht, sondern auch unvergessliche Fotos machen kann. Rückblickend war das die beste Entscheidung überhaupt.
Unsere Tour begann gegen 21 Uhr in Reykjavík. Gemeinsam mit unserem Guide fuhren wir hinaus – weg von den Lichtern der Stadt, hinein in die Dunkelheit, immer auf der Suche nach dem perfekten Platz. An mehreren Stopps stieg die Spannung: Würden sie heute erscheinen?
Und dann – ganz plötzlich – schwebten grünliche Schleier über den Himmel. Lautlos, fließend, wie lebendige Farben, die sich bewegen. Ein Moment voller Magie, in dem alles stillsteht.
Besonders schön war, dass unser Guide uns zeigte, wie man die Nordlichter sogar mit dem Handy festhalten kann – mit ein paar einfachen Einstellungen, die tatsächlich funktionierten. Zusätzlich machte er von allen Teilnehmern professionelle Fotos, perfekt inszeniert vor dem flirrenden Nachthimmel.
Als kleines Extra gab es heiße Schokolade und einen Schokoriegel – Kleinigkeiten, die in der eisigen Nacht unglaublich gutgetan haben.
Gegen 1 Uhr nachts waren wir wieder zurück im Hotel – durchgefroren, aber überglücklich. Und das Beste: Wie beim Whale Watching bieten viele Anbieter die Möglichkeit, kostenlos an einer weiteren Tour teilzunehmen, falls man beim ersten Mal kein Glück hat.
Für mich war es eines der absoluten Highlights dieser Reise. Dieses Naturschauspiel mit eigenen Augen zu sehen – und es gleichzeitig fotografisch festzuhalten – bleibt unvergesslich. Eine Nacht, die man im Herzen trägt.
Am Ende unserer Reise saßen wir schließlich wieder im Flugzeug Richtung Heimat. Die Eindrücke der letzten Tage hallten nach, und ich empfand vor allem eines: tiefe Dankbarkeit. Für all die Orte, die wir sehen durften, für die Begegnungen mit Menschen – und für die vielen stillen, magischen Momente dazwischen.
Island hatte uns verzaubert.
Der Rückflug mit Play Airlines verlief – wie auch schon der Hinflug – angenehm und unkompliziert. Freundliche Crew, professioneller Service, alles entspannt und ruhig.
Mit einem Herzen voller Erinnerungen und einer Kamera voller Bilder, die uns immer wieder zurück in diese Landschaft tragen werden, flogen wir nach Hause. Und auch wenn die Reise damit endete, wusste ich:
Dieses Abenteuer bleibt in uns lebendig. Still. Klar. Und unvergessen.
Island Rundreise – 10 Tage voller Natur und Abenteuer. Es gibt Reiseziele, die einen auf ganz besondere Weise fesseln – nicht nur wegen ihrer spektakulären Landschaft, sondern weil sie sich unauslöschlich im Herzen verankern. Island gehört zweifellos dazu. Schon bei der Ankunft spürt man die Kraft dieses Landes: schwarze Strände aus Vulkansand, donnernde Wasserfälle und dampfende Thermalquellen ziehen einen sofort in ihren Bann. Hier fühlt sich alles intensiver an – als ob man der Natur in ihrer reinsten Form begegnet und die Erde selbst ihre Geschichte erzählt.
Schon kurz nach der Landung und der Fahrt mit unserem Mietwagen zur ersten Unterkunft wurde uns bewusst, wie pulsierend und wild Island wirklich ist. Ein eindrucksvollerer Start für unsere 10-tägige Rundreise hätte kaum möglich sein können: Vor uns entfaltete sich eine fast unwirkliche Szenerie – endlose Lavafelder, teils noch mit Schnee überzogen, aus deren Spalten immer wieder Dampfschwaden aufstiegen. Ein Moment, der uns unmittelbar in die ungebändigte Schönheit dieser Insel eintauchen ließ.
Unsere Route führte uns zunächst durch das Gebiet rund um die Blaue Lagune – eine Region, die zuletzt immer wieder Schlagzeilen machte: Grindavík und die Reykjanes-Halbinsel, wo erst im vergangenen Jahr erneut ein Vulkan ausgebrochen ist.
Nach der Landung am Flughafen holten wir direkt unseren Mietwagen ab.
Island befindet sich direkt auf der Bruchlinie zwischen der Nordamerikanischen und der Eurasischen Platte – zwei gewaltigen Erdplatten, die sich jedes Jahr um ein paar Zentimeter voneinander entfernen. Diese ständige Bewegung sorgt dafür, dass die Insel zu den aktivsten geologischen Regionen der Welt gehört. Über viele Jahrhunderte blieb die Reykjanes-Halbinsel ruhig – bis es 2021 plötzlich zum ersten Ausbruch seit fast 800 Jahren kam: Der Fagradalsfjall erwachte zum Leben, schleuderte über Monate hinweg glühende Lava und schuf damit eine völlig neue Landschaft.
Doch es blieb nicht bei diesem Ereignis: In den Jahren 2022, 2023 und 2024 folgten weitere Eruptionen. Ganze Orte mussten geräumt werden, Lavaströme bedrohten Straßen und Bauwerke, einige Häuser wurden zerstört – glücklicherweise kam dabei niemand ums Leben.
Das Beeindruckendste daran? Selbst Monate nach den Ausbrüchen ist die Lava noch heiß und aktiv. Während unserer Fahrt entdeckten wir immer wieder aufsteigende Rauchschwaden – ein Bild, das fast unwirklich wirkte. Man hatte das Gefühl, durch eine Science-Fiction-Landschaft zu reisen, in der die Erde sichtbar pulsiert und atmet.
Von außen erinnert das Ferienhaus an eine einfache Scheune – doch sobald man eintritt, offenbart sich ein modernes, minimalistisches Design in sanften Naturtönen. Helles Holz, warme Farben und großzügige Fensterflächen schaffen eine gemütliche, harmonische Stimmung und geben den Blick auf die umliegende Natur immer wieder frei.
Besondere, nachhaltig geführte Unterkünfte wie diese stoße ich regelmäßig über die Plattform GoodTravel. Dort dreht sich alles um verantwortungsbewusstes Reisen: Vorgestellt werden sorgfältig ausgewählte Unterkünfte, die nicht nur durch Stil und Individualität beeindrucken, sondern auch mit einem durchdachten Nachhaltigkeitsansatz punkten – ob umweltfreundliches Handeln, regionale Verankerung oder soziales Engagement. Vom gemütlichen Ferienhaus über ökologische Boutique-Hotels bis hin zu außergewöhnlichen Glamping-Erlebnissen – bei GoodTravel entdeckt man Orte, die achtsames Reisen zu etwas Besonderem machen.
Ein nachhaltiges Refugium – das Barn House
Ein echtes Highlight am Barn House ist die komplett ausgestattete Küche. Da Restaurantbesuche in Island schnell teuer werden können, ist es ein großer Vorteil, sich selbst etwas Gutes zu kochen. Mit dem Blick aufs Meer schmeckt es gleich doppelt so lecker. Und nach einem ereignisreichen Tag gibt es kaum etwas Besseres, als im Hot Tub im Garten zu entspannen. Eigentlich möchte man dieses Haus gar nicht mehr verlassen.
Nur wenige Schritte entfernt führt ein kleiner Pfad über den Deich direkt ans Meer – und plötzlich steht man mitten in Islands unberührter Natur: schwarzer Sand, schroffe Klippen und das weite Meer. Ein Ort, der tief unter die Haut geht.
Für unsere Tochter war es wie ein kleines Abenteuerland. Sie hüpfte durch Pfützen, suchte Muscheln, Schnecken und Algen – und wir wurden erneut daran erinnert, wie wenig es in Island braucht, um ins Staunen zu geraten. Oft liegen die schönsten Momente direkt vor der Haustür.
Nachhaltigkeit im Barn House
Das Umweltbewusstsein beginnt schon bei der Bauweise: Verwendet wurden regionale Materialien, die optimal an die isländischen Wetterbedingungen angepasst sind. Die großen Fenster lassen viel Tageslicht herein, sodass tagsüber kaum künstliches Licht benötigt wird. Dank exzellenter Dämmung bleibt es selbst im Winter angenehm warm – und das bei geringem Energieverbrauch. Alles ist sorgfältig durchdacht und auf die Zukunft ausgerichtet.
Für uns war das Barn House der perfekte Auftakt unserer Island-Rundreise – ein Ort zum Ankommen, Entspannen und Wohlfühlen.
Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg ins Küstendörfchen Stokkseyri – ein weiterer lohnenswerter Halt auf unserer 10-tägigen Rundreise durch Island. Der Ort versprüht einen rauen, ursprünglichen Charme und gibt spannende Einblicke in die lange Tradition der Fischerei. Noch heute stehen dort alte Steinhäuser mit grasbewachsenen Dächern, die früher als natürliche Dämmung dienten.
Besonders hervorzuheben ist die Þuríðarbúð – eine sorgfältig restaurierte Fischerhütte zu Ehren von Þuríður Einarsdóttir, einer der wenigen bekannten Frauen in der Fischerei des 18. Jahrhunderts.
Das Ortsbild wird zudem von bunten Holzfischerhäusern geprägt, die eindrucksvoll die maritime Vergangenheit Stokkseyris widerspiegeln. Ein kleiner Ort, der durch seine Mischung aus Geschichte, Natur und nordischem Küstenflair nachhaltig beeindruckt.
Unser nächster Halt war Krýsuvík – eines der faszinierendsten Geothermalgebiete der Reykjanes-Halbinsel. Schon beim Aussteigen schlägt einem der markante Schwefelgeruch entgegen, während es ringsum zischt, blubbert und dampft. Man hat das Gefühl, dass die Erde hier selbst atmet – ein Naturerlebnis, das gleichermaßen beeindruckt und ein wenig geheimnisvoll wirkt.
Ein gut ausgebauter Rundweg führt durch das Gebiet vorbei an kochenden Schlammtöpfen, dampfenden Spalten und sprudelnden Quellen. Besonders eindrucksvoll: Da Krýsuvík leicht erhöht liegt, bieten mehrere Aussichtspunkte einen atemberaubenden Blick ins Tal und über die ungewöhnlich geformte Landschaft.
Unvergesslich machte diesen Besuch der tiefe Winter: Das gesamte Areal war von Schnee bedeckt. Obwohl ich Island schon oft bereist habe, war es für mich das erste Mal, ein solches Geothermalfeld in einer verschneiten Kulisse zu erleben. Der Kontrast zwischen dem weißen Schnee und den gelben, roten und grünen Schwefelfeldern, kombiniert mit den aufsteigenden Dampfwolken, verwandelte die Szenerie in ein surreales Panorama – wie aus einer anderen Welt.
Nur ein paar Kilometer weiter erwartete uns schon das nächste Naturwunder: tiefschwarze Sanddünen. In Island zwar häufig zu finden – und dennoch ziehen sie mich jedes Mal aufs Neue in ihren Bann.
Doch warum sind die Strände hier eigentlich schwarz? Der Grund liegt in der vulkanischen Entstehung des Landes. Im Gegensatz zu den weißen Quarzsandstränden vieler anderer Regionen besteht Islands Sand aus fein zermahlener, erkalteter Lava. Über Jahrhunderte haben Wind, Wellen und Regen das Gestein zersetzt – so entstanden diese mystisch dunklen Strände, die Island weltweit so einzigartig machen.
Gerade hier, zwischen den schwarzen Dünen, offenbarte sich der ganze Kontrast der Natur: tiefdunkler Lavasand, golden schimmerndes Dünengras, das funkelnde Meer auf der einen Seite und verschneite Berge auf der anderen.
Wir schlenderten gemütlich am Ufer entlang, hörten dem Rhythmus der Wellen zu – und stießen auf ein kleines Kunstwerk aus Treibholz, das wohl schon von anderen Reisenden begonnen worden war und das wir kurzerhand weitersetzten.
Strandfeeling in Island? Ganz anders als am Mittelmeer – aber genauso magisch. Vielleicht sogar noch intensiver.
Tomaten-Genuss im Gewächshaus Friðheimar, Besuch des Wasserfalls Borgarfoss und Ankunft in unserem Traumhaus am Meer.
Ein Abendessen im Gewächshaus? Genau das macht Friðheimar so besonders. Zwischen unzähligen Tomatenpflanzen, die hier das ganze Jahr über unter Glas kultiviert werden, genießt man frisch zubereitete Speisen direkt dort, wo sie wachsen. Wer dieses Erlebnis mitnehmen möchte, sollte unbedingt vorab reservieren – die Plätze sind sehr gefragt und schnell vergeben.
Da wir keine Reservierung hatten, blieben uns zwei Optionen: Tomatensuppe an der Bar oder ein Platz in der Vinothek. Und was soll ich sagen? Die Vinothek war ein Glücksgriff – fast noch stimmungsvoller als das eigentliche Gewächshaus. Auch dort sitzt man unter Glas, jedoch in ruhigerer Atmosphäre, mit einem ganz eigenen Charme: edle Holztische, braune Ledersessel, eine stilvolle Bücherwand und ein Tresen aus grobem Naturstein. Ein architektonisches Schmuckstück.
Kulinarisch ist Friðheimar ein Paradies für alle, die Tomaten lieben. Wir entschieden uns für Bruschetta mit Tomaten, zwei Portionen der legendären Tomatensuppe und zum krönenden Abschluss einen Cheesecake mit Tomatenmarmelade. Klingt ungewöhnlich? Ja. Schmeckt fantastisch!
Doch Friðheimar ist mehr als ein Restaurant – es ist ein beeindruckendes Öko-Projekt und ein Paradebeispiel für nachhaltige Landwirtschaft in Island. Die Tomaten wachsen hier vollständig mit erneuerbarer Energie, unter streng kontrollierten Bedingungen. Was auf dem Teller landet, kommt direkt aus dem eigenen Gewächshaus – frischer, regionaler und ressourcenschonender geht es kaum.
Nach unserem Stopp im Friðheimar – einem der kulinarischen Highlights unserer Islandreise – fuhren wir weiter zum Borgarfoss-Wasserfall. Gerade einmal eine halbe Stunde entfernt, und doch erwartete uns eine völlig andere Welt. Keine Menschenmassen, keine Absperrungen, keine Geräuschkulisse – nur pure, unberührte Natur.
Im Winter entfaltet der Borgarfoss einen ganz besonderen Zauber: Das Wasser rauscht über vereiste Felsen in die Tiefe, während die gesamte Umgebung in Schnee und Eis gehüllt ist. Statt sattem Sommergrün prägen kräftige Kontraste aus Weiß, Schwarz und feiner Gischt die Szenerie – ein Anblick, der die wilde Schönheit Islands noch eindrucksvoller sichtbar macht.
Am Nachmittag kamen wir bei unserer nächsten Unterkunft an: dem Black House in der Nähe von Borgarnes – und ich war sofort verliebt. Das tiefschwarz verkleidete Holzhaus, von den Eigentümern eigenhändig und mit viel Hingabe gebaut, strahlt echten nordischen Charakter aus.
Direkt am Meer gelegen, eröffnet es einen traumhaften Ausblick über die Bucht bis hin zur Stadt. An klaren Tagen reicht der Blick sogar bis zu den schneebedeckten Bergen im Norden – eine Kulisse, die kaum zu übertreffen ist.
Schon im Eingangsbereich standen Gummistiefel bereit – die wir uns gleich schnappten, um das Gelände zu erkunden. Ein kurzer Weg führte uns ans Meer, wo wir durchs Watt spazierten. Auch ein kleiner Wasserfall und der nahe Strand luden zum Verweilen und Entdecken ein.
Es war einer dieser ruhigen, fast magischen Augenblicke direkt vor der Haustür – unspektakulär und doch voller Intensität. Besonders unvergesslich: das warme Abendlicht, das durch die großen Fenster ins Wohnzimmer fiel und das gesamte Haus in goldenes Leuchten tauchte.
Auch dieses Schmuckstück haben wir über GoodTravel gefunden – ein weiteres Beispiel dafür, dass nachhaltiges Reisen nicht nur sinnvoll, sondern auch wunderschön sein kann. Hier wird die Unterkunft selbst zum Erlebnis.
Wanderung am Vulkan Grábrók und gemütliche Kaffeepause im charmanten Borgarnes.
Island und seine Vulkane – sie gehören untrennbar zusammen. Einer der beeindruckendsten Krater, den man ganz ohne große Mühe erreichen kann, ist Grábrók. Er liegt im Westen des Landes direkt an der Ringstraße und erhebt sich rund 170 Meter hoch. Entstanden ist er vor etwa 3.000 Jahren durch eine Spalteneruption – heute führt ein komfortabler Holzsteg bis zum Kraterrand, von dem aus man sogar ins Innere blicken kann.
Normalerweise eröffnet sich von dort oben ein spektakuläres Panorama: weite Lavafelder, markante Felsformationen und eine Landschaft, die fast außerirdisch wirkt.
Zumindest in der Theorie. Denn an diesem Morgen spielte das Wetter nicht mit: dichter Nebel, eisiger Wind und kaum Sicht. Aber genau das macht Island aus – das Wetter folgt hier seinen eigenen Regeln. Wer herkommt, sollte deshalb immer eines dabeihaben: Flexibilität und eine Portion Gelassenheit.
Es gibt Orte in Island, die wirken, als wären sie nicht von dieser Welt – und genau so ein Platz ist das Blómasetrið – Kaffi Kyrrð in Borgarnes. Ein Café, das nicht nur mit hervorragendem Kaffee punktet, sondern vor allem mit seiner einzigartigen Stimmung. Es fühlt sich an wie eine Mischung aus Wohnzimmer, Gewächshaus und Kunstgalerie – voller Pflanzen, detailverliebter Deko und einer wohltuenden Ruhe. Passend zum Namen: „Kaffi Kyrrð“ bedeutet nämlich „Café der Stille“.
Schon bei unserer letzten Rundreise waren wir hier und wussten sofort: Da müssen wir unbedingt wieder hin. Und zwar nicht nur wegen der Atmosphäre, sondern auch wegen des berühmten Knoblauchbrots – ein Muss für alle, die Knoblauch lieben.
Hier lässt es sich wunderbar einkuscheln – mit einem Stück Kuchen, einer heißen Schokolade oder einer Tasse Kaffee – und man genießt dieses besondere isländische hygge-Gefühl. Ein schöner Bonus: Im selben Haus gibt es eine kleine Buchhandlung, ideal zum Schmökern.
Für Familien mit Kindern lohnt sich zudem ein Abstecher um die Ecke: Dort wartet der Bjössaróló-Spielplatz. Kein gewöhnlicher Spielplatz, sondern ein Projekt des Zimmermanns Bjössi, der ihn komplett aus recyceltem Material gebaut hat. Statt Standardgeräten gibt es fantasievolle Holzkonstruktionen, kreative Kletterelemente und versteckte Ecken, die Kinder sofort begeistern.
Der ideale Stopp auf einer Island-Rundreise: erst runterkommen im Blómasetrið, dann austoben und staunen auf dem Spielplatz – so sind Groß und Klein gleichermaßen glücklich.
Entspanntes Baden mit Fjordblick in Hófsós und Übernachtung im luxuriösen Sigló Hotel.
Es gibt Orte, die so einzigartig sind, dass Worte ihnen kaum gerecht werden – weil kein Satz das Gefühl einfangen kann, tatsächlich dort zu sein. Auf unserer Island-Rundreise war das Schwimmbad von Hófsós genau solch ein Ort.
Die Lage allein ist spektakulär: Das kleine Freibad liegt hoch über markanten Basaltsäulen, die wie Orgelpfeifen ins Meer hinausragen – schwarz, kantig und uralt. Dahinter öffnet sich ein weiter Fjord, umrahmt von schneebedeckten Bergen. Eine Kulisse, so still und zugleich so kraftvoll, dass man unweigerlich den Atem anhält.
Das Bad selbst ist simpel: ein langgezogenes Becken zum Schwimmen, dazu ein Hot Pot zum Entspannen – mehr braucht es nicht. Ein paar Bahnen im angenehm warmen Wasser, während der kalte Wind über die Oberfläche streicht. Danach im Hot Pot sitzen, den Körper schwer und gelöst, den Blick in die Ferne gerichtet.
Und genau in diesem Moment wird klar, wie laut der Alltag sonst ist – und wie wohltuend es sein kann, einfach nur die Stille zu spüren.
Der Tag begann mit einem Augenblick purer Ruhe. Noch vor dem Frühstück tauchten wir gemeinsam mit unserer Tochter in den warmen Hot Pot direkt vor dem Sigló Hotel ein. Umgeben von morgendlicher Stille, aufsteigendem Dampf und dem Anblick schneebedeckter Berge fühlte es sich an, als ob die Zeit für einen Moment stillstand.
Anschließend wartete im Hotel ein reichhaltiges Frühstücksbuffet, dazu frisch aufgebrühter Kaffee – begleitet von einer Aussicht, die kaum schöner sein könnte. Ein perfekter Start in den Tag, mitten in der friedvollen Atmosphäre des Nordens.
Gestärkt nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Akureyri, der größten Stadt im Norden Islands. Oft als „Hauptstadt des Nordens“ bezeichnet, liegt sie malerisch am Ende des Eyjafjörður und begeistert mit lebendiger Kultur, hübscher Architektur und einer entspannten, typisch nordischen Atmosphäre. Dank des eigenen Flughafens ist Akureyri zudem ein wichtiger Knotenpunkt für die Region.
Unser eigentliches Ziel lag jedoch etwas außerhalb: das Skigebiet Hlíðarfjall, nur rund zehn Minuten mit dem Auto vom Stadtzentrum entfernt. Die Pisten reichen von 500 bis 1.014 Metern Höhe und bieten Wintersportlern knapp 15 Kilometer Abfahrten, verteilt auf 24 Strecken. Acht Lifte – darunter zwei Sessellifte – bringen Besucher bequem zu den verschiedenen Hängen. Ein idealer Ort, um Island einmal aktiv und sportlich zu erleben.
Eigentlich wollten wir mit der Gondel hinauffahren und die Aussicht genießen. Doch da der zweite Sessellift außer Betrieb war, konnten wir nicht bis ganz nach oben. Also haben wir kurzerhand umgeplant – und beschlossen, unserer Tochter das Skifahren beizubringen.
Direkt am Fuß des Berges fanden wir alles, was man dafür braucht: Skiverleih und ein „Magic Carpet“, ein Förderband für Anfänger. Schon nach zwei Stunden machte sie ihre ersten Schwünge im Schnee – ein Erlebnis, das uns unvergesslich bleiben wird.
Für geübte Skifahrer bietet Hlíðarfjall übrigens ein ganz besonderes Highlight: Die Abfahrten führen mit atemberaubendem Blick über den Fjord hinunter – eine Kulisse, die dem Skifahren eine fast meditative Qualität verleiht.
Nach unserem Skitag in Akureyri machten wir Halt an einem ganz besonderen Ort: dem Jólahúsið, dem isländischen Weihnachtshaus, das tatsächlich das ganze Jahr über geöffnet ist. Schon von außen erinnert das rote Häuschen an ein Wintermärchen – und sobald man eintritt, taucht man ein in eine festliche Welt voller Lichter, Farben und liebevoller Details.
Auf zwei Etagen entdeckt man hier alles, was das Weihnachtsherz erfreut: traditionellen isländischen Schmuck für den Baum, internationale Dekorationen und handgefertigte Einzelstücke. Besonders spannend sind die Einblicke in die isländischen Weihnachtstraditionen mit ihren 13 Weihnachtsmännern und der unheimlichen Grýla, einer Riesin, die in alten Geschichten Kinder frisst. Im Erdgeschoss gibt es sogar eine kleine Höhle mit einer Grýla-Skulptur – zugleich schaurig und kindlich verspielt.
Rund um das Haupthaus stehen weitere kleine Gebäude, die das Erlebnis abrunden. Im Eplakofin, dem „Apfelschuppen“, gibt es kandierte Äpfel, während ein Selbstbedienungsladen Kuchen, Kaffee und Tee anbietet.
Wir gönnten uns ein heißes Getränk und machten es uns vor dem knisternden Lagerfeuer im Hof gemütlich. Ein Moment voller Geborgenheit und Ruhe – ich hätte dort ewig verweilen können. So schön, so friedlich, so hyggelig.
Besuch des beeindruckenden Goðafoss, Erkundung der Mývatn-Region und Ankunft im charmanten Húsavík.
Unsere nächste Station war der Goðafoss – einer der berühmtesten und zugleich geschichtsträchtigsten Wasserfälle des Landes. Sein Name, „Wasserfall der Götter“, geht auf ein Ereignis um das Jahr 1000 zurück: Als Island das Christentum annahm, soll der Gesetzessprecher Þorgeir Ljósvetningagoði seine heidnischen Götterfiguren in den Fluss geworfen haben – ein symbolischer Akt für den Glaubenswechsel.
Doch der Goðafoss fasziniert nicht nur durch seine Legende, sondern ebenso durch seine imposante Gestalt: In einem weiten Halbkreis stürzen die Wassermassen über rund 30 Meter Breite etwa 12 Meter in die Tiefe – ein Schauspiel aus donnerndem Klang, feiner Gischt und unbändiger Kraft.
Dank gut angelegter Wege und Aussichtspunkte lässt sich der Wasserfall aus unterschiedlichen Blickwinkeln erleben, jeder davon eindrucksvoll auf seine eigene Weise. Ein Ort, an dem sich Naturgewalt und Geschichte eindrucksvoll miteinander verweben.
Nur wenige hundert Meter unterhalb des Goðafoss findet man den Geitafoss – einen kleineren, oft übersehenen Wasserfall, der dennoch mit einer beeindruckenden Kulisse überrascht. Abseits des Besucherandrangs herrscht hier eine wohltuende Stille, die es ermöglicht, die rohe Kraft des Wassers in aller Ruhe auf sich wirken zu lassen.
Respekt gegenüber der Natur – ein wichtiger Appell
Während unseres Aufenthalts mussten wir leider beobachten, dass viele Besucher die Absperrungen missachteten, um näher an die Wasserfälle heranzukommen oder bessere Fotos zu schießen. Im Schnee waren zahlreiche Spuren außerhalb der markierten Wege zu erkennen – ein Verhalten, das nicht nur riskant ist, sondern auch der sensiblen isländischen Natur erheblichen Schaden zufügt.
Solche Verhaltensweisen haben Konsequenzen: Immer mehr Orte müssen mit Zäunen, Plattformen oder anderen Barrieren gesichert werden – nicht aus Bequemlichkeit, sondern um Menschen und Umwelt gleichermaßen zu schützen.
Wer Island bereist, trägt Verantwortung. Nur wenn wir Rücksicht nehmen und die Regeln respektieren, bleibt ein Ort wie der Geitafoss in seiner Ursprünglichkeit erhalten – für uns selbst, für die Natur und für alle, die ihn noch erleben möchten.
Unsere Route führte uns weiter ins Mývatn-Gebiet – eine der spektakulärsten und geologisch spannendsten Regionen Nordislands. Der Mývatn-See, dessen Name übersetzt „Mückensee“ bedeutet, entstand vor rund 2.500 Jahren durch einen gewaltigen Vulkanausbruch. Mit einer Fläche von etwa 37 Quadratkilometern und einer durchschnittlichen Tiefe von nur 2,5 Metern gehört er zu den größten, aber zugleich flachsten Seen des Landes.
Das nährstoffreiche Wasser und die unzähligen Insekten machen die Gegend zu einem Paradies für Vögel – insbesondere für viele verschiedene Entenarten. Im Sommer zeigt sich die Natur hier in voller Vielfalt, und ja, auch die Mücken sind dann allgegenwärtig. Im Winter dagegen kehrt Ruhe ein – von den surrenden Begleitern ist nichts zu bemerken.
Rund um den See reiht sich eine Sehenswürdigkeit an die nächste: das labyrinthartige Lavafeld Dimmuborgir, der markante Krater Hverfjall oder die dampfenden, schwefelhaltigen Solfataren von Námaskarð – eine Landschaft, die wirkt, als sei sie nicht von dieser Welt.
Wir entschieden uns für eine kleine Wanderung auf der Halbinsel Höfði – ein eher verstecktes, aber umso bezauberndes Naturjuwel am Südufer des Mývatn-Sees.
Das Besondere an diesem Ort: Hier findet man tatsächlich Wald. Sanfte Wege schlängeln sich durch lichte Birkenhaine, vorbei an moosbewachsenen Felsen, und öffnen immer wieder den Blick über die Weite des Sees.
Ein Höhepunkt sind die imposanten Felsformationen Klasar und Kálfastrandarstrípar – markante Basaltsäulen, die wie Skulpturen direkt aus dem Wasser ragen. Ein Platz, der sich perfekt für eine kleine Rast, eindrucksvolle Fotos oder einfach stilles Innehalten eignet.
Nur wenige Kilometer östlich des Mývatn-Sees eröffnet sich eine Szenerie, die wirkt, als stamme sie nicht von dieser Welt: Námaskarð, ein aktives Hochtemperaturgebiet am Fuße des Námafjall – und ein spektakulärer Gegenpol zu den anderen Landschaften unserer Island-Rundreise.
Schon beim Aussteigen nimmt man den intensiven Schwefelgeruch wahr – gewöhnungsbedürftig, aber unverkennbar Teil des Erlebnisses. Was hier aus der Erde dringt, ist reine Geothermie: überall zischt und brodelt es, Fumarolen stoßen Dampf aus, Schlammtöpfe blubbern, der Boden selbst scheint zu atmen.
Und die Farben? Einfach überwältigend. Strahlendes Gelb, rostiges Rot, tiefes Grau – ein fast künstlerisches Zusammenspiel, geformt durch Schwefel, Eisenoxide und andere Mineralien. Eine Landschaft voller Extreme, voller Energie – einzigartig und unvergleichlich.
Námaskarð liegt direkt in der aktiven Riftzone, die Island durchzieht – dort, wo die eurasische und die nordamerikanische Platte langsam auseinanderdriften. Das Resultat: eine extrem dünne Erdkruste, durch die die Hitze aus dem Erdinneren besonders leicht entweichen kann. Ein Ort, an dem man gewissermaßen einen Blick in die Tiefe der Erde wirft.
Unser letzter Stopp brachte uns ins kleine Hafenstädtchen Húsavík im hohen Norden Islands – einen Ort, den viele als „Walhauptstadt“ des Landes kennen. Genau deshalb stand er schon lange auf unserer Liste. Der Traum, Wale in freier Wildbahn zu erleben, begleitete uns seit Jahren – und Húsavík gilt als einer der besten Plätze Europas dafür.
Das Städtchen selbst ist überschaubar, aber voller Charme: bunte Holzhäuser, ein stiller Hafen mit sanft schaukelnden Ausflugsbooten und eine wilde, dramatische Küstenlandschaft ringsum, die so typisch für den Norden Islands ist. Ein Ort, der sofort Ruhe ausstrahlt – und die ideale Bühne für das letzte große Abenteuer unserer Island-Rundreise.
Walbeobachtung, Besuch des Walmuseums in Húsavík und Entspannung im schönsten Thermalbad der Region.
Die Walbeobachtungstour in Húsavík war für uns ein absolutes Highlight – denn wenn man schon in der „Walhauptstadt Islands“ ist, will man die Gelegenheit natürlich nutzen. Uns wurde zwar gleich zu Beginn gesagt, dass wir noch vor der eigentlichen Hauptsaison unterwegs sind, aber wir wollten es trotzdem wagen. Und ehrlich: Schon allein die Aussicht vom Boot aus war jede Minute wert.
Die Organisation war hervorragend. Vor dem Start erhielten wir eine kurze Einführung, dazu bekamen alle Gäste warme, winddichte Overalls – absolut unverzichtbar, denn draußen auf dem Meer kann es eisig werden.
Dann ging es los: Rund drei Stunden lang fuhren wir den Fjord entlang hinaus Richtung offenes Meer – gespannt, ob wir das Glück haben würden, Wale zu sehen. Normalerweise stehen die Chancen hier gut, Buckelwale, Zwergwale oder sogar Orcas zu sichten. An diesem Tag jedoch blieb uns dieses Erlebnis verwehrt.
Mein persönlicher Höhepunkt? Definitiv die wohl köstlichste heiße Schokolade meines Lebens, begleitet von einer noch warmen Zimtschnecke – serviert mitten auf dem Wasser. Natürlich hätten wir uns gefreut, einen Wal zu sehen. Aber genau das ist das Wesen der Natur: kein garantiertes Spektakel, kein Programm auf Knopfdruck. Und gerade deshalb ist der Moment so besonders, wenn er dann eintritt.
Für uns ist klar: Unsere Tochter soll Tiere nicht im Zoo oder Aquarium sehen, sondern in ihrer natürlichen Umgebung. Dort, wo sie hingehören. Dass man dabei auch einmal leer ausgeht, gehört dazu.
Whale Watching ist kein Versprechen. Es ist die Chance auf eine Begegnung. Und selbst wenn sie ausbleibt, bleibt das Erlebnis – die Weite des Meeres, die Stille, das Warten. Auch das ist wertvoll. Auch das ist Island.
Nach unserer Bootstour – auch wenn wir keinen Wal gesehen hatten – wollten wir unbedingt mehr über diese faszinierenden Meeresriesen erfahren. Also besuchten wir das Walmuseum von Húsavík, direkt am Hafen gelegen. Und ich kann nur sagen: Es war absolut lohnenswert.
Unter der hohen Decke hängen komplette Walknochen in Originalgröße – und plötzlich begreift man die schiere Dimension dieser sonst so lautlosen Giganten. Besonders das Skelett eines Blauwals, des größten Lebewesens der Erde, ist einfach überwältigend. Ein stiller Koloss – und ein eindrucksvolles Finale unserer Reise in die Welt der Wale.
Das Museum überzeugt durch seine Liebe zum Detail und den hohen Anspruch an Wissensvermittlung. Neben faszinierenden Einblicken in Biologie und Evolution der Wale findet man fundierte Infos zu den verschiedenen Arten im Nordatlantik. Positiv hervorzuheben: Auch die Geschichte des Walfangs in Island wird offen behandelt – von den Anfängen über seine kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung bis hin zu heutigen Schutzmaßnahmen und der Rolle des Whale Watchings im nachhaltigen Tourismus.
Auch für Kinder ist gesorgt: Im hinteren Bereich gibt es eine kleine Spielecke mit Bastelmaterial, Büchern und Platz zum Entdecken – liebevoll gestaltet und perfekt, um die Kleinen einzubeziehen.
Zum Abschluss stöberten wir noch im Museumsshop – eine wahre Schatzkammer. Statt kitschiger Souvenirs gibt es hier hochwertige, geschmackvolle Erinnerungsstücke: Poster, Bücher, Kuschelwale, nachhaltige Produkte und besondere Kleinigkeiten rund um Meer und Natur. Der ideale Ort, um ein Stück Island mit nach Hause zu nehmen.
Gerade als ich dachte, das beeindruckendste Schwimmbad Islands schon erlebt zu haben, stießen wir auf die GeoSea Geothermal Sea Baths in Húsavík – ein echter Geheimtipp für alle, die Erholung mit grandiosen Ausblicken verbinden wollen.
Seit der Eröffnung 2018 bieten die GeoSea-Bäder ein ganz besonderes Erlebnis: Mehrere runde, unterschiedlich warme Becken schmiegen sich direkt an die Klippen. Während man im salzhaltigen, warmen Meerwasser entspannt, reicht der Blick über den Fjord, hin zu schneebedeckten Bergen – und mit etwas Glück entdeckt man sogar vorbeiziehende Wale oder Delfine.
Geöffnet ist täglich von 12 bis 22 Uhr, in den Sommermonaten sogar bis Mitternacht. Wer dann im richtigen Moment dort ist, kann unter freiem Himmel im Pool liegen und dabei die Nordlichter am Himmel tanzen sehen – ein Erlebnis, das man wohl nie vergisst.
Walbeobachtung an der Küste und entspannte Rückfahrt nach Reykjavik – Natur pur und unvergessliche Ausblicke.
Das Besondere an den Walbeobachtungstouren in Húsavík: Bleibt die erste Ausfahrt ohne Sichtung, bekommt man die Möglichkeit, an einem anderen Tag kostenlos erneut teilzunehmen. Eine faire, respektvolle Geste – und genau das haben wir genutzt.
Manchmal braucht es eben einen zweiten Versuch für das ganz große Erlebnis.
Diesmal führte uns der Weg nach Árskógssandur – ein kleiner, ruhiger Ort etwa anderthalb Stunden von Húsavík entfernt, idyllisch an einem stillen Fjord gelegen. Ein anderer Ausgangspunkt, aber mit derselben Hoffnung: endlich einen Wal in freier Wildbahn zu sehen.
Die Chancen standen gut – ein Buckelwal war in der Gegend gesichtet worden. Also fuhren wir hinaus aufs Meer, mit einer Mischung aus gespannter Erwartung und vorsichtiger Hoffnung. Und dann, nach etwa einer Stunde Fahrt: ein magischer Moment.
Zuerst nur ein Rücken, der sanft durch die Wasseroberfläche glitt. Dann die typische Fontäne, die kraftvoll in den Himmel stieg. Und schließlich das Bild, auf das wir gewartet hatten: Ein riesiger Wal tauchte ab und präsentierte uns seine gewaltige, schwarz-weiße Fluke, bevor er lautlos im Ozean verschwand.
Dreimal durften wir ihn sehen. Dreimal dieses Staunen. Dreimal dieses Herzklopfen, das man nur verspürt, wenn man einem so majestätischen Lebewesen in Freiheit begegnet. Worte können kaum wiedergeben, wie sich das anfühlt. Ein Erlebnis, das bleibt – und der schönste Beweis, dass sich Geduld lohnt.
Danach ging es für uns nur noch weiter nach Reykjavík.
Den Vormittag verbrachten wir in Reykjavík, der charmanten Hauptstadt Islands. Ich genieße es jedes Mal, durch die kleinen Souvenirläden zu bummeln und all die detailverliebten Dinge zu entdecken – jedes Stück trägt ein bisschen Island in sich.
Diesmal haben mich aber vor allem die Secondhandläden begeistert. Die Auswahl ist vielfältig, geschmackvoll und oft überraschend originell. Für unsere Tochter fand ich einen traumhaften Islandpullover – weich, warm und absolut zeitlos. Und für mich selbst? Eine neue (alte) Jacke als Erinnerungsstück an diese Reise. Nachhaltig, einzigartig – und voller Geschichten.
Manchmal entstehen die schönsten Reisemomente ganz unverhofft – oder durch liebe Menschen, die man unterwegs (oder online) kennenlernt. So schrieb mir eine Followerin, dass sie auf einem Reitstall arbeitet – nur etwa 30 Minuten von Reykjavík entfernt – und lud uns herzlich ein, vorbeizukommen.
So fanden wir uns bei Íshestar wieder, einem der bekanntesten Reitställe Islands. Schon beim Ankommen war klar: Hier steckt Herzblut drin. Helle, offene Ställe, ausgeglichene Pferde, ein respektvoller Umgang – und das Gefühl, sofort willkommen zu sein. Ganz egal, ob man Anfänger ist oder schon Erfahrung mitbringt.
Gerade für Familien mit kleinen Kindern – wie bei uns – ist eine private Reittour ideal. Ohne Zeitdruck, im eigenen Tempo und mit viel Einfühlungsvermögen.
Wer mit größeren Kindern oder Jugendlichen reist, hat die Wahl zwischen zahlreichen Touren: von kurzen Ein-Stunden-Ritten durch Lavafelder und Wiesen bis hin zu mehrtägigen Abenteuern mit Übernachtung. Natürlich auf Islandpferden – bekannt für ihr sanftes Wesen, ihre Trittsicherheit und den einzigartigen Tölt-Gang, der so angenehm und gleichmäßig zu reiten ist.
Ein Erlebnis, das verbindet – mit der Natur, den Pferden und den Menschen vor Ort.
Der größte Wunsch unserer Tochter: einmal echte, glühende Lava sehen. Eine Idee, die uns die ganze Woche begleitete – doch wie lässt sich so ein Traum erfüllen, wenn gerade kein Vulkan ausbricht?
Die Antwort fanden wir in der Lava Show in Reykjavík – und was soll ich sagen: Es war ein Erlebnis, das uns alle tief beeindruckt hat.
Der Besuch begann mit einer freundlichen Begrüßung und einem kurzen, informativen Film über die vulkanische Aktivität Islands. Wir erfuhren Spannendes über die geologischen Eigenheiten der Insel, vergangene Ausbrüche und die Bedeutung des Feuers im Alltag der Isländer.
Dann kam der Höhepunkt: Vor unseren Augen wurde echte Lava auf über 1.100 °C erhitzt und in den Vorführraum gegossen. Das Zischen, die intensive Hitze, das gleißende Leuchten – ein Schauspiel, das alle Sinne packt. Man spürt die Energie der Erde unmittelbar, sieht, wie die glühende Masse auf kühlem Untergrund erstarrt und sich dabei in Sekunden verwandelt.
Die gesamte Show dauert etwa 50 Minuten und wird kompetent, zugleich aber humorvoll moderiert. So wird das komplexe Zusammenspiel von Lavaflüssen und Eruptionen verständlich, spannend und greifbar gemacht.
Ein echtes Highlight – für Groß und Klein gleichermaßen. Und ein eindrucksvoller Beweis, dass Naturwunder selbst im kontrollierten Rahmen nichts von ihrer Faszination verlieren.
Wer im Winter nach Island reist, hat meist einen großen Wunsch: einmal die Nordlichter sehen. Es gibt zahllose Tourangebote – doch für mich stand fest: Ich wollte dieses Erlebnis in einer kleinen, persönlichen Runde teilen, begleitet von einem Guide, der nicht nur die Polarlichter versteht, sondern auch unvergessliche Fotos machen kann. Rückblickend war das die beste Entscheidung überhaupt.
Unsere Tour begann gegen 21 Uhr in Reykjavík. Gemeinsam mit unserem Guide fuhren wir hinaus – weg von den Lichtern der Stadt, hinein in die Dunkelheit, immer auf der Suche nach dem perfekten Platz. An mehreren Stopps stieg die Spannung: Würden sie heute erscheinen?
Und dann – ganz plötzlich – schwebten grünliche Schleier über den Himmel. Lautlos, fließend, wie lebendige Farben, die sich bewegen. Ein Moment voller Magie, in dem alles stillsteht.
Besonders schön war, dass unser Guide uns zeigte, wie man die Nordlichter sogar mit dem Handy festhalten kann – mit ein paar einfachen Einstellungen, die tatsächlich funktionierten. Zusätzlich machte er von allen Teilnehmern professionelle Fotos, perfekt inszeniert vor dem flirrenden Nachthimmel.
Als kleines Extra gab es heiße Schokolade und einen Schokoriegel – Kleinigkeiten, die in der eisigen Nacht unglaublich gutgetan haben.
Gegen 1 Uhr nachts waren wir wieder zurück im Hotel – durchgefroren, aber überglücklich. Und das Beste: Wie beim Whale Watching bieten viele Anbieter die Möglichkeit, kostenlos an einer weiteren Tour teilzunehmen, falls man beim ersten Mal kein Glück hat.
Für mich war es eines der absoluten Highlights dieser Reise. Dieses Naturschauspiel mit eigenen Augen zu sehen – und es gleichzeitig fotografisch festzuhalten – bleibt unvergesslich. Eine Nacht, die man im Herzen trägt.
Am Ende unserer Reise saßen wir schließlich wieder im Flugzeug Richtung Heimat. Die Eindrücke der letzten Tage hallten nach, und ich empfand vor allem eines: tiefe Dankbarkeit. Für all die Orte, die wir sehen durften, für die Begegnungen mit Menschen – und für die vielen stillen, magischen Momente dazwischen.
Island hatte uns verzaubert.
Der Rückflug mit Play Airlines verlief – wie auch schon der Hinflug – angenehm und unkompliziert. Freundliche Crew, professioneller Service, alles entspannt und ruhig.
Mit einem Herzen voller Erinnerungen und einer Kamera voller Bilder, die uns immer wieder zurück in diese Landschaft tragen werden, flogen wir nach Hause. Und auch wenn die Reise damit endete, wusste ich:
Dieses Abenteuer bleibt in uns lebendig. Still. Klar. Und unvergessen.
Island Rundreise – 10 Tage voller Natur und Abenteuer. Es gibt Reiseziele, die einen auf ganz besondere Weise fesseln – nicht nur wegen ihrer spektakulären Landschaft, sondern weil sie sich unauslöschlich im Herzen verankern. Island gehört zweifellos dazu. Schon bei der Ankunft spürt man die Kraft dieses Landes: schwarze Strände aus Vulkansand, donnernde Wasserfälle und dampfende Thermalquellen ziehen einen sofort in ihren Bann. Hier fühlt sich alles intensiver an – als ob man der Natur in ihrer reinsten Form begegnet und die Erde selbst ihre Geschichte erzählt.
Schon kurz nach der Landung und der Fahrt mit unserem Mietwagen zur ersten Unterkunft wurde uns bewusst, wie pulsierend und wild Island wirklich ist. Ein eindrucksvollerer Start für unsere 10-tägige Rundreise hätte kaum möglich sein können: Vor uns entfaltete sich eine fast unwirkliche Szenerie – endlose Lavafelder, teils noch mit Schnee überzogen, aus deren Spalten immer wieder Dampfschwaden aufstiegen. Ein Moment, der uns unmittelbar in die ungebändigte Schönheit dieser Insel eintauchen ließ.
Unsere Route führte uns zunächst durch das Gebiet rund um die Blaue Lagune – eine Region, die zuletzt immer wieder Schlagzeilen machte: Grindavík und die Reykjanes-Halbinsel, wo erst im vergangenen Jahr erneut ein Vulkan ausgebrochen ist.
Nach der Landung am Flughafen holten wir direkt unseren Mietwagen ab.
Island befindet sich direkt auf der Bruchlinie zwischen der Nordamerikanischen und der Eurasischen Platte – zwei gewaltigen Erdplatten, die sich jedes Jahr um ein paar Zentimeter voneinander entfernen. Diese ständige Bewegung sorgt dafür, dass die Insel zu den aktivsten geologischen Regionen der Welt gehört. Über viele Jahrhunderte blieb die Reykjanes-Halbinsel ruhig – bis es 2021 plötzlich zum ersten Ausbruch seit fast 800 Jahren kam: Der Fagradalsfjall erwachte zum Leben, schleuderte über Monate hinweg glühende Lava und schuf damit eine völlig neue Landschaft.
Doch es blieb nicht bei diesem Ereignis: In den Jahren 2022, 2023 und 2024 folgten weitere Eruptionen. Ganze Orte mussten geräumt werden, Lavaströme bedrohten Straßen und Bauwerke, einige Häuser wurden zerstört – glücklicherweise kam dabei niemand ums Leben.
Das Beeindruckendste daran? Selbst Monate nach den Ausbrüchen ist die Lava noch heiß und aktiv. Während unserer Fahrt entdeckten wir immer wieder aufsteigende Rauchschwaden – ein Bild, das fast unwirklich wirkte. Man hatte das Gefühl, durch eine Science-Fiction-Landschaft zu reisen, in der die Erde sichtbar pulsiert und atmet.
Von außen erinnert das Ferienhaus an eine einfache Scheune – doch sobald man eintritt, offenbart sich ein modernes, minimalistisches Design in sanften Naturtönen. Helles Holz, warme Farben und großzügige Fensterflächen schaffen eine gemütliche, harmonische Stimmung und geben den Blick auf die umliegende Natur immer wieder frei.
Besondere, nachhaltig geführte Unterkünfte wie diese stoße ich regelmäßig über die Plattform GoodTravel. Dort dreht sich alles um verantwortungsbewusstes Reisen: Vorgestellt werden sorgfältig ausgewählte Unterkünfte, die nicht nur durch Stil und Individualität beeindrucken, sondern auch mit einem durchdachten Nachhaltigkeitsansatz punkten – ob umweltfreundliches Handeln, regionale Verankerung oder soziales Engagement. Vom gemütlichen Ferienhaus über ökologische Boutique-Hotels bis hin zu außergewöhnlichen Glamping-Erlebnissen – bei GoodTravel entdeckt man Orte, die achtsames Reisen zu etwas Besonderem machen.
Ein nachhaltiges Refugium – das Barn House
Ein echtes Highlight am Barn House ist die komplett ausgestattete Küche. Da Restaurantbesuche in Island schnell teuer werden können, ist es ein großer Vorteil, sich selbst etwas Gutes zu kochen. Mit dem Blick aufs Meer schmeckt es gleich doppelt so lecker. Und nach einem ereignisreichen Tag gibt es kaum etwas Besseres, als im Hot Tub im Garten zu entspannen. Eigentlich möchte man dieses Haus gar nicht mehr verlassen.
Nur wenige Schritte entfernt führt ein kleiner Pfad über den Deich direkt ans Meer – und plötzlich steht man mitten in Islands unberührter Natur: schwarzer Sand, schroffe Klippen und das weite Meer. Ein Ort, der tief unter die Haut geht.
Für unsere Tochter war es wie ein kleines Abenteuerland. Sie hüpfte durch Pfützen, suchte Muscheln, Schnecken und Algen – und wir wurden erneut daran erinnert, wie wenig es in Island braucht, um ins Staunen zu geraten. Oft liegen die schönsten Momente direkt vor der Haustür.
Nachhaltigkeit im Barn House
Das Umweltbewusstsein beginnt schon bei der Bauweise: Verwendet wurden regionale Materialien, die optimal an die isländischen Wetterbedingungen angepasst sind. Die großen Fenster lassen viel Tageslicht herein, sodass tagsüber kaum künstliches Licht benötigt wird. Dank exzellenter Dämmung bleibt es selbst im Winter angenehm warm – und das bei geringem Energieverbrauch. Alles ist sorgfältig durchdacht und auf die Zukunft ausgerichtet.
Für uns war das Barn House der perfekte Auftakt unserer Island-Rundreise – ein Ort zum Ankommen, Entspannen und Wohlfühlen.
Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg ins Küstendörfchen Stokkseyri – ein weiterer lohnenswerter Halt auf unserer 10-tägigen Rundreise durch Island. Der Ort versprüht einen rauen, ursprünglichen Charme und gibt spannende Einblicke in die lange Tradition der Fischerei. Noch heute stehen dort alte Steinhäuser mit grasbewachsenen Dächern, die früher als natürliche Dämmung dienten.
Besonders hervorzuheben ist die Þuríðarbúð – eine sorgfältig restaurierte Fischerhütte zu Ehren von Þuríður Einarsdóttir, einer der wenigen bekannten Frauen in der Fischerei des 18. Jahrhunderts.
Das Ortsbild wird zudem von bunten Holzfischerhäusern geprägt, die eindrucksvoll die maritime Vergangenheit Stokkseyris widerspiegeln. Ein kleiner Ort, der durch seine Mischung aus Geschichte, Natur und nordischem Küstenflair nachhaltig beeindruckt.
Unser nächster Halt war Krýsuvík – eines der faszinierendsten Geothermalgebiete der Reykjanes-Halbinsel. Schon beim Aussteigen schlägt einem der markante Schwefelgeruch entgegen, während es ringsum zischt, blubbert und dampft. Man hat das Gefühl, dass die Erde hier selbst atmet – ein Naturerlebnis, das gleichermaßen beeindruckt und ein wenig geheimnisvoll wirkt.
Ein gut ausgebauter Rundweg führt durch das Gebiet vorbei an kochenden Schlammtöpfen, dampfenden Spalten und sprudelnden Quellen. Besonders eindrucksvoll: Da Krýsuvík leicht erhöht liegt, bieten mehrere Aussichtspunkte einen atemberaubenden Blick ins Tal und über die ungewöhnlich geformte Landschaft.
Unvergesslich machte diesen Besuch der tiefe Winter: Das gesamte Areal war von Schnee bedeckt. Obwohl ich Island schon oft bereist habe, war es für mich das erste Mal, ein solches Geothermalfeld in einer verschneiten Kulisse zu erleben. Der Kontrast zwischen dem weißen Schnee und den gelben, roten und grünen Schwefelfeldern, kombiniert mit den aufsteigenden Dampfwolken, verwandelte die Szenerie in ein surreales Panorama – wie aus einer anderen Welt.
Nur ein paar Kilometer weiter erwartete uns schon das nächste Naturwunder: tiefschwarze Sanddünen. In Island zwar häufig zu finden – und dennoch ziehen sie mich jedes Mal aufs Neue in ihren Bann.
Doch warum sind die Strände hier eigentlich schwarz? Der Grund liegt in der vulkanischen Entstehung des Landes. Im Gegensatz zu den weißen Quarzsandstränden vieler anderer Regionen besteht Islands Sand aus fein zermahlener, erkalteter Lava. Über Jahrhunderte haben Wind, Wellen und Regen das Gestein zersetzt – so entstanden diese mystisch dunklen Strände, die Island weltweit so einzigartig machen.
Gerade hier, zwischen den schwarzen Dünen, offenbarte sich der ganze Kontrast der Natur: tiefdunkler Lavasand, golden schimmerndes Dünengras, das funkelnde Meer auf der einen Seite und verschneite Berge auf der anderen.
Wir schlenderten gemütlich am Ufer entlang, hörten dem Rhythmus der Wellen zu – und stießen auf ein kleines Kunstwerk aus Treibholz, das wohl schon von anderen Reisenden begonnen worden war und das wir kurzerhand weitersetzten.
Strandfeeling in Island? Ganz anders als am Mittelmeer – aber genauso magisch. Vielleicht sogar noch intensiver.
Tomaten-Genuss im Gewächshaus Friðheimar, Besuch des Wasserfalls Borgarfoss und Ankunft in unserem Traumhaus am Meer.
Ein Abendessen im Gewächshaus? Genau das macht Friðheimar so besonders. Zwischen unzähligen Tomatenpflanzen, die hier das ganze Jahr über unter Glas kultiviert werden, genießt man frisch zubereitete Speisen direkt dort, wo sie wachsen. Wer dieses Erlebnis mitnehmen möchte, sollte unbedingt vorab reservieren – die Plätze sind sehr gefragt und schnell vergeben.
Da wir keine Reservierung hatten, blieben uns zwei Optionen: Tomatensuppe an der Bar oder ein Platz in der Vinothek. Und was soll ich sagen? Die Vinothek war ein Glücksgriff – fast noch stimmungsvoller als das eigentliche Gewächshaus. Auch dort sitzt man unter Glas, jedoch in ruhigerer Atmosphäre, mit einem ganz eigenen Charme: edle Holztische, braune Ledersessel, eine stilvolle Bücherwand und ein Tresen aus grobem Naturstein. Ein architektonisches Schmuckstück.
Kulinarisch ist Friðheimar ein Paradies für alle, die Tomaten lieben. Wir entschieden uns für Bruschetta mit Tomaten, zwei Portionen der legendären Tomatensuppe und zum krönenden Abschluss einen Cheesecake mit Tomatenmarmelade. Klingt ungewöhnlich? Ja. Schmeckt fantastisch!
Doch Friðheimar ist mehr als ein Restaurant – es ist ein beeindruckendes Öko-Projekt und ein Paradebeispiel für nachhaltige Landwirtschaft in Island. Die Tomaten wachsen hier vollständig mit erneuerbarer Energie, unter streng kontrollierten Bedingungen. Was auf dem Teller landet, kommt direkt aus dem eigenen Gewächshaus – frischer, regionaler und ressourcenschonender geht es kaum.
Nach unserem Stopp im Friðheimar – einem der kulinarischen Highlights unserer Islandreise – fuhren wir weiter zum Borgarfoss-Wasserfall. Gerade einmal eine halbe Stunde entfernt, und doch erwartete uns eine völlig andere Welt. Keine Menschenmassen, keine Absperrungen, keine Geräuschkulisse – nur pure, unberührte Natur.
Im Winter entfaltet der Borgarfoss einen ganz besonderen Zauber: Das Wasser rauscht über vereiste Felsen in die Tiefe, während die gesamte Umgebung in Schnee und Eis gehüllt ist. Statt sattem Sommergrün prägen kräftige Kontraste aus Weiß, Schwarz und feiner Gischt die Szenerie – ein Anblick, der die wilde Schönheit Islands noch eindrucksvoller sichtbar macht.
Am Nachmittag kamen wir bei unserer nächsten Unterkunft an: dem Black House in der Nähe von Borgarnes – und ich war sofort verliebt. Das tiefschwarz verkleidete Holzhaus, von den Eigentümern eigenhändig und mit viel Hingabe gebaut, strahlt echten nordischen Charakter aus.
Direkt am Meer gelegen, eröffnet es einen traumhaften Ausblick über die Bucht bis hin zur Stadt. An klaren Tagen reicht der Blick sogar bis zu den schneebedeckten Bergen im Norden – eine Kulisse, die kaum zu übertreffen ist.
Schon im Eingangsbereich standen Gummistiefel bereit – die wir uns gleich schnappten, um das Gelände zu erkunden. Ein kurzer Weg führte uns ans Meer, wo wir durchs Watt spazierten. Auch ein kleiner Wasserfall und der nahe Strand luden zum Verweilen und Entdecken ein.
Es war einer dieser ruhigen, fast magischen Augenblicke direkt vor der Haustür – unspektakulär und doch voller Intensität. Besonders unvergesslich: das warme Abendlicht, das durch die großen Fenster ins Wohnzimmer fiel und das gesamte Haus in goldenes Leuchten tauchte.
Auch dieses Schmuckstück haben wir über GoodTravel gefunden – ein weiteres Beispiel dafür, dass nachhaltiges Reisen nicht nur sinnvoll, sondern auch wunderschön sein kann. Hier wird die Unterkunft selbst zum Erlebnis.
Wanderung am Vulkan Grábrók und gemütliche Kaffeepause im charmanten Borgarnes.
Island und seine Vulkane – sie gehören untrennbar zusammen. Einer der beeindruckendsten Krater, den man ganz ohne große Mühe erreichen kann, ist Grábrók. Er liegt im Westen des Landes direkt an der Ringstraße und erhebt sich rund 170 Meter hoch. Entstanden ist er vor etwa 3.000 Jahren durch eine Spalteneruption – heute führt ein komfortabler Holzsteg bis zum Kraterrand, von dem aus man sogar ins Innere blicken kann.
Normalerweise eröffnet sich von dort oben ein spektakuläres Panorama: weite Lavafelder, markante Felsformationen und eine Landschaft, die fast außerirdisch wirkt.
Zumindest in der Theorie. Denn an diesem Morgen spielte das Wetter nicht mit: dichter Nebel, eisiger Wind und kaum Sicht. Aber genau das macht Island aus – das Wetter folgt hier seinen eigenen Regeln. Wer herkommt, sollte deshalb immer eines dabeihaben: Flexibilität und eine Portion Gelassenheit.
Es gibt Orte in Island, die wirken, als wären sie nicht von dieser Welt – und genau so ein Platz ist das Blómasetrið – Kaffi Kyrrð in Borgarnes. Ein Café, das nicht nur mit hervorragendem Kaffee punktet, sondern vor allem mit seiner einzigartigen Stimmung. Es fühlt sich an wie eine Mischung aus Wohnzimmer, Gewächshaus und Kunstgalerie – voller Pflanzen, detailverliebter Deko und einer wohltuenden Ruhe. Passend zum Namen: „Kaffi Kyrrð“ bedeutet nämlich „Café der Stille“.
Schon bei unserer letzten Rundreise waren wir hier und wussten sofort: Da müssen wir unbedingt wieder hin. Und zwar nicht nur wegen der Atmosphäre, sondern auch wegen des berühmten Knoblauchbrots – ein Muss für alle, die Knoblauch lieben.
Hier lässt es sich wunderbar einkuscheln – mit einem Stück Kuchen, einer heißen Schokolade oder einer Tasse Kaffee – und man genießt dieses besondere isländische hygge-Gefühl. Ein schöner Bonus: Im selben Haus gibt es eine kleine Buchhandlung, ideal zum Schmökern.
Für Familien mit Kindern lohnt sich zudem ein Abstecher um die Ecke: Dort wartet der Bjössaróló-Spielplatz. Kein gewöhnlicher Spielplatz, sondern ein Projekt des Zimmermanns Bjössi, der ihn komplett aus recyceltem Material gebaut hat. Statt Standardgeräten gibt es fantasievolle Holzkonstruktionen, kreative Kletterelemente und versteckte Ecken, die Kinder sofort begeistern.
Der ideale Stopp auf einer Island-Rundreise: erst runterkommen im Blómasetrið, dann austoben und staunen auf dem Spielplatz – so sind Groß und Klein gleichermaßen glücklich.
Entspanntes Baden mit Fjordblick in Hófsós und Übernachtung im luxuriösen Sigló Hotel.
Es gibt Orte, die so einzigartig sind, dass Worte ihnen kaum gerecht werden – weil kein Satz das Gefühl einfangen kann, tatsächlich dort zu sein. Auf unserer Island-Rundreise war das Schwimmbad von Hófsós genau solch ein Ort.
Die Lage allein ist spektakulär: Das kleine Freibad liegt hoch über markanten Basaltsäulen, die wie Orgelpfeifen ins Meer hinausragen – schwarz, kantig und uralt. Dahinter öffnet sich ein weiter Fjord, umrahmt von schneebedeckten Bergen. Eine Kulisse, so still und zugleich so kraftvoll, dass man unweigerlich den Atem anhält.
Das Bad selbst ist simpel: ein langgezogenes Becken zum Schwimmen, dazu ein Hot Pot zum Entspannen – mehr braucht es nicht. Ein paar Bahnen im angenehm warmen Wasser, während der kalte Wind über die Oberfläche streicht. Danach im Hot Pot sitzen, den Körper schwer und gelöst, den Blick in die Ferne gerichtet.
Und genau in diesem Moment wird klar, wie laut der Alltag sonst ist – und wie wohltuend es sein kann, einfach nur die Stille zu spüren.
Der Tag begann mit einem Augenblick purer Ruhe. Noch vor dem Frühstück tauchten wir gemeinsam mit unserer Tochter in den warmen Hot Pot direkt vor dem Sigló Hotel ein. Umgeben von morgendlicher Stille, aufsteigendem Dampf und dem Anblick schneebedeckter Berge fühlte es sich an, als ob die Zeit für einen Moment stillstand.
Anschließend wartete im Hotel ein reichhaltiges Frühstücksbuffet, dazu frisch aufgebrühter Kaffee – begleitet von einer Aussicht, die kaum schöner sein könnte. Ein perfekter Start in den Tag, mitten in der friedvollen Atmosphäre des Nordens.
Gestärkt nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Akureyri, der größten Stadt im Norden Islands. Oft als „Hauptstadt des Nordens“ bezeichnet, liegt sie malerisch am Ende des Eyjafjörður und begeistert mit lebendiger Kultur, hübscher Architektur und einer entspannten, typisch nordischen Atmosphäre. Dank des eigenen Flughafens ist Akureyri zudem ein wichtiger Knotenpunkt für die Region.
Unser eigentliches Ziel lag jedoch etwas außerhalb: das Skigebiet Hlíðarfjall, nur rund zehn Minuten mit dem Auto vom Stadtzentrum entfernt. Die Pisten reichen von 500 bis 1.014 Metern Höhe und bieten Wintersportlern knapp 15 Kilometer Abfahrten, verteilt auf 24 Strecken. Acht Lifte – darunter zwei Sessellifte – bringen Besucher bequem zu den verschiedenen Hängen. Ein idealer Ort, um Island einmal aktiv und sportlich zu erleben.
Eigentlich wollten wir mit der Gondel hinauffahren und die Aussicht genießen. Doch da der zweite Sessellift außer Betrieb war, konnten wir nicht bis ganz nach oben. Also haben wir kurzerhand umgeplant – und beschlossen, unserer Tochter das Skifahren beizubringen.
Direkt am Fuß des Berges fanden wir alles, was man dafür braucht: Skiverleih und ein „Magic Carpet“, ein Förderband für Anfänger. Schon nach zwei Stunden machte sie ihre ersten Schwünge im Schnee – ein Erlebnis, das uns unvergesslich bleiben wird.
Für geübte Skifahrer bietet Hlíðarfjall übrigens ein ganz besonderes Highlight: Die Abfahrten führen mit atemberaubendem Blick über den Fjord hinunter – eine Kulisse, die dem Skifahren eine fast meditative Qualität verleiht.
Nach unserem Skitag in Akureyri machten wir Halt an einem ganz besonderen Ort: dem Jólahúsið, dem isländischen Weihnachtshaus, das tatsächlich das ganze Jahr über geöffnet ist. Schon von außen erinnert das rote Häuschen an ein Wintermärchen – und sobald man eintritt, taucht man ein in eine festliche Welt voller Lichter, Farben und liebevoller Details.
Auf zwei Etagen entdeckt man hier alles, was das Weihnachtsherz erfreut: traditionellen isländischen Schmuck für den Baum, internationale Dekorationen und handgefertigte Einzelstücke. Besonders spannend sind die Einblicke in die isländischen Weihnachtstraditionen mit ihren 13 Weihnachtsmännern und der unheimlichen Grýla, einer Riesin, die in alten Geschichten Kinder frisst. Im Erdgeschoss gibt es sogar eine kleine Höhle mit einer Grýla-Skulptur – zugleich schaurig und kindlich verspielt.
Rund um das Haupthaus stehen weitere kleine Gebäude, die das Erlebnis abrunden. Im Eplakofin, dem „Apfelschuppen“, gibt es kandierte Äpfel, während ein Selbstbedienungsladen Kuchen, Kaffee und Tee anbietet.
Wir gönnten uns ein heißes Getränk und machten es uns vor dem knisternden Lagerfeuer im Hof gemütlich. Ein Moment voller Geborgenheit und Ruhe – ich hätte dort ewig verweilen können. So schön, so friedlich, so hyggelig.
Besuch des beeindruckenden Goðafoss, Erkundung der Mývatn-Region und Ankunft im charmanten Húsavík.
Unsere nächste Station war der Goðafoss – einer der berühmtesten und zugleich geschichtsträchtigsten Wasserfälle des Landes. Sein Name, „Wasserfall der Götter“, geht auf ein Ereignis um das Jahr 1000 zurück: Als Island das Christentum annahm, soll der Gesetzessprecher Þorgeir Ljósvetningagoði seine heidnischen Götterfiguren in den Fluss geworfen haben – ein symbolischer Akt für den Glaubenswechsel.
Doch der Goðafoss fasziniert nicht nur durch seine Legende, sondern ebenso durch seine imposante Gestalt: In einem weiten Halbkreis stürzen die Wassermassen über rund 30 Meter Breite etwa 12 Meter in die Tiefe – ein Schauspiel aus donnerndem Klang, feiner Gischt und unbändiger Kraft.
Dank gut angelegter Wege und Aussichtspunkte lässt sich der Wasserfall aus unterschiedlichen Blickwinkeln erleben, jeder davon eindrucksvoll auf seine eigene Weise. Ein Ort, an dem sich Naturgewalt und Geschichte eindrucksvoll miteinander verweben.
Nur wenige hundert Meter unterhalb des Goðafoss findet man den Geitafoss – einen kleineren, oft übersehenen Wasserfall, der dennoch mit einer beeindruckenden Kulisse überrascht. Abseits des Besucherandrangs herrscht hier eine wohltuende Stille, die es ermöglicht, die rohe Kraft des Wassers in aller Ruhe auf sich wirken zu lassen.
Respekt gegenüber der Natur – ein wichtiger Appell
Während unseres Aufenthalts mussten wir leider beobachten, dass viele Besucher die Absperrungen missachteten, um näher an die Wasserfälle heranzukommen oder bessere Fotos zu schießen. Im Schnee waren zahlreiche Spuren außerhalb der markierten Wege zu erkennen – ein Verhalten, das nicht nur riskant ist, sondern auch der sensiblen isländischen Natur erheblichen Schaden zufügt.
Solche Verhaltensweisen haben Konsequenzen: Immer mehr Orte müssen mit Zäunen, Plattformen oder anderen Barrieren gesichert werden – nicht aus Bequemlichkeit, sondern um Menschen und Umwelt gleichermaßen zu schützen.
Wer Island bereist, trägt Verantwortung. Nur wenn wir Rücksicht nehmen und die Regeln respektieren, bleibt ein Ort wie der Geitafoss in seiner Ursprünglichkeit erhalten – für uns selbst, für die Natur und für alle, die ihn noch erleben möchten.
Unsere Route führte uns weiter ins Mývatn-Gebiet – eine der spektakulärsten und geologisch spannendsten Regionen Nordislands. Der Mývatn-See, dessen Name übersetzt „Mückensee“ bedeutet, entstand vor rund 2.500 Jahren durch einen gewaltigen Vulkanausbruch. Mit einer Fläche von etwa 37 Quadratkilometern und einer durchschnittlichen Tiefe von nur 2,5 Metern gehört er zu den größten, aber zugleich flachsten Seen des Landes.
Das nährstoffreiche Wasser und die unzähligen Insekten machen die Gegend zu einem Paradies für Vögel – insbesondere für viele verschiedene Entenarten. Im Sommer zeigt sich die Natur hier in voller Vielfalt, und ja, auch die Mücken sind dann allgegenwärtig. Im Winter dagegen kehrt Ruhe ein – von den surrenden Begleitern ist nichts zu bemerken.
Rund um den See reiht sich eine Sehenswürdigkeit an die nächste: das labyrinthartige Lavafeld Dimmuborgir, der markante Krater Hverfjall oder die dampfenden, schwefelhaltigen Solfataren von Námaskarð – eine Landschaft, die wirkt, als sei sie nicht von dieser Welt.
Wir entschieden uns für eine kleine Wanderung auf der Halbinsel Höfði – ein eher verstecktes, aber umso bezauberndes Naturjuwel am Südufer des Mývatn-Sees.
Das Besondere an diesem Ort: Hier findet man tatsächlich Wald. Sanfte Wege schlängeln sich durch lichte Birkenhaine, vorbei an moosbewachsenen Felsen, und öffnen immer wieder den Blick über die Weite des Sees.
Ein Höhepunkt sind die imposanten Felsformationen Klasar und Kálfastrandarstrípar – markante Basaltsäulen, die wie Skulpturen direkt aus dem Wasser ragen. Ein Platz, der sich perfekt für eine kleine Rast, eindrucksvolle Fotos oder einfach stilles Innehalten eignet.
Nur wenige Kilometer östlich des Mývatn-Sees eröffnet sich eine Szenerie, die wirkt, als stamme sie nicht von dieser Welt: Námaskarð, ein aktives Hochtemperaturgebiet am Fuße des Námafjall – und ein spektakulärer Gegenpol zu den anderen Landschaften unserer Island-Rundreise.
Schon beim Aussteigen nimmt man den intensiven Schwefelgeruch wahr – gewöhnungsbedürftig, aber unverkennbar Teil des Erlebnisses. Was hier aus der Erde dringt, ist reine Geothermie: überall zischt und brodelt es, Fumarolen stoßen Dampf aus, Schlammtöpfe blubbern, der Boden selbst scheint zu atmen.
Und die Farben? Einfach überwältigend. Strahlendes Gelb, rostiges Rot, tiefes Grau – ein fast künstlerisches Zusammenspiel, geformt durch Schwefel, Eisenoxide und andere Mineralien. Eine Landschaft voller Extreme, voller Energie – einzigartig und unvergleichlich.
Námaskarð liegt direkt in der aktiven Riftzone, die Island durchzieht – dort, wo die eurasische und die nordamerikanische Platte langsam auseinanderdriften. Das Resultat: eine extrem dünne Erdkruste, durch die die Hitze aus dem Erdinneren besonders leicht entweichen kann. Ein Ort, an dem man gewissermaßen einen Blick in die Tiefe der Erde wirft.
Unser letzter Stopp brachte uns ins kleine Hafenstädtchen Húsavík im hohen Norden Islands – einen Ort, den viele als „Walhauptstadt“ des Landes kennen. Genau deshalb stand er schon lange auf unserer Liste. Der Traum, Wale in freier Wildbahn zu erleben, begleitete uns seit Jahren – und Húsavík gilt als einer der besten Plätze Europas dafür.
Das Städtchen selbst ist überschaubar, aber voller Charme: bunte Holzhäuser, ein stiller Hafen mit sanft schaukelnden Ausflugsbooten und eine wilde, dramatische Küstenlandschaft ringsum, die so typisch für den Norden Islands ist. Ein Ort, der sofort Ruhe ausstrahlt – und die ideale Bühne für das letzte große Abenteuer unserer Island-Rundreise.
Walbeobachtung, Besuch des Walmuseums in Húsavík und Entspannung im schönsten Thermalbad der Region.
Die Walbeobachtungstour in Húsavík war für uns ein absolutes Highlight – denn wenn man schon in der „Walhauptstadt Islands“ ist, will man die Gelegenheit natürlich nutzen. Uns wurde zwar gleich zu Beginn gesagt, dass wir noch vor der eigentlichen Hauptsaison unterwegs sind, aber wir wollten es trotzdem wagen. Und ehrlich: Schon allein die Aussicht vom Boot aus war jede Minute wert.
Die Organisation war hervorragend. Vor dem Start erhielten wir eine kurze Einführung, dazu bekamen alle Gäste warme, winddichte Overalls – absolut unverzichtbar, denn draußen auf dem Meer kann es eisig werden.
Dann ging es los: Rund drei Stunden lang fuhren wir den Fjord entlang hinaus Richtung offenes Meer – gespannt, ob wir das Glück haben würden, Wale zu sehen. Normalerweise stehen die Chancen hier gut, Buckelwale, Zwergwale oder sogar Orcas zu sichten. An diesem Tag jedoch blieb uns dieses Erlebnis verwehrt.
Mein persönlicher Höhepunkt? Definitiv die wohl köstlichste heiße Schokolade meines Lebens, begleitet von einer noch warmen Zimtschnecke – serviert mitten auf dem Wasser. Natürlich hätten wir uns gefreut, einen Wal zu sehen. Aber genau das ist das Wesen der Natur: kein garantiertes Spektakel, kein Programm auf Knopfdruck. Und gerade deshalb ist der Moment so besonders, wenn er dann eintritt.
Für uns ist klar: Unsere Tochter soll Tiere nicht im Zoo oder Aquarium sehen, sondern in ihrer natürlichen Umgebung. Dort, wo sie hingehören. Dass man dabei auch einmal leer ausgeht, gehört dazu.
Whale Watching ist kein Versprechen. Es ist die Chance auf eine Begegnung. Und selbst wenn sie ausbleibt, bleibt das Erlebnis – die Weite des Meeres, die Stille, das Warten. Auch das ist wertvoll. Auch das ist Island.
Nach unserer Bootstour – auch wenn wir keinen Wal gesehen hatten – wollten wir unbedingt mehr über diese faszinierenden Meeresriesen erfahren. Also besuchten wir das Walmuseum von Húsavík, direkt am Hafen gelegen. Und ich kann nur sagen: Es war absolut lohnenswert.
Unter der hohen Decke hängen komplette Walknochen in Originalgröße – und plötzlich begreift man die schiere Dimension dieser sonst so lautlosen Giganten. Besonders das Skelett eines Blauwals, des größten Lebewesens der Erde, ist einfach überwältigend. Ein stiller Koloss – und ein eindrucksvolles Finale unserer Reise in die Welt der Wale.
Das Museum überzeugt durch seine Liebe zum Detail und den hohen Anspruch an Wissensvermittlung. Neben faszinierenden Einblicken in Biologie und Evolution der Wale findet man fundierte Infos zu den verschiedenen Arten im Nordatlantik. Positiv hervorzuheben: Auch die Geschichte des Walfangs in Island wird offen behandelt – von den Anfängen über seine kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung bis hin zu heutigen Schutzmaßnahmen und der Rolle des Whale Watchings im nachhaltigen Tourismus.
Auch für Kinder ist gesorgt: Im hinteren Bereich gibt es eine kleine Spielecke mit Bastelmaterial, Büchern und Platz zum Entdecken – liebevoll gestaltet und perfekt, um die Kleinen einzubeziehen.
Zum Abschluss stöberten wir noch im Museumsshop – eine wahre Schatzkammer. Statt kitschiger Souvenirs gibt es hier hochwertige, geschmackvolle Erinnerungsstücke: Poster, Bücher, Kuschelwale, nachhaltige Produkte und besondere Kleinigkeiten rund um Meer und Natur. Der ideale Ort, um ein Stück Island mit nach Hause zu nehmen.
Gerade als ich dachte, das beeindruckendste Schwimmbad Islands schon erlebt zu haben, stießen wir auf die GeoSea Geothermal Sea Baths in Húsavík – ein echter Geheimtipp für alle, die Erholung mit grandiosen Ausblicken verbinden wollen.
Seit der Eröffnung 2018 bieten die GeoSea-Bäder ein ganz besonderes Erlebnis: Mehrere runde, unterschiedlich warme Becken schmiegen sich direkt an die Klippen. Während man im salzhaltigen, warmen Meerwasser entspannt, reicht der Blick über den Fjord, hin zu schneebedeckten Bergen – und mit etwas Glück entdeckt man sogar vorbeiziehende Wale oder Delfine.
Geöffnet ist täglich von 12 bis 22 Uhr, in den Sommermonaten sogar bis Mitternacht. Wer dann im richtigen Moment dort ist, kann unter freiem Himmel im Pool liegen und dabei die Nordlichter am Himmel tanzen sehen – ein Erlebnis, das man wohl nie vergisst.
Walbeobachtung an der Küste und entspannte Rückfahrt nach Reykjavik – Natur pur und unvergessliche Ausblicke.
Das Besondere an den Walbeobachtungstouren in Húsavík: Bleibt die erste Ausfahrt ohne Sichtung, bekommt man die Möglichkeit, an einem anderen Tag kostenlos erneut teilzunehmen. Eine faire, respektvolle Geste – und genau das haben wir genutzt.
Manchmal braucht es eben einen zweiten Versuch für das ganz große Erlebnis.
Diesmal führte uns der Weg nach Árskógssandur – ein kleiner, ruhiger Ort etwa anderthalb Stunden von Húsavík entfernt, idyllisch an einem stillen Fjord gelegen. Ein anderer Ausgangspunkt, aber mit derselben Hoffnung: endlich einen Wal in freier Wildbahn zu sehen.
Die Chancen standen gut – ein Buckelwal war in der Gegend gesichtet worden. Also fuhren wir hinaus aufs Meer, mit einer Mischung aus gespannter Erwartung und vorsichtiger Hoffnung. Und dann, nach etwa einer Stunde Fahrt: ein magischer Moment.
Zuerst nur ein Rücken, der sanft durch die Wasseroberfläche glitt. Dann die typische Fontäne, die kraftvoll in den Himmel stieg. Und schließlich das Bild, auf das wir gewartet hatten: Ein riesiger Wal tauchte ab und präsentierte uns seine gewaltige, schwarz-weiße Fluke, bevor er lautlos im Ozean verschwand.
Dreimal durften wir ihn sehen. Dreimal dieses Staunen. Dreimal dieses Herzklopfen, das man nur verspürt, wenn man einem so majestätischen Lebewesen in Freiheit begegnet. Worte können kaum wiedergeben, wie sich das anfühlt. Ein Erlebnis, das bleibt – und der schönste Beweis, dass sich Geduld lohnt.
Danach ging es für uns nur noch weiter nach Reykjavík.
Den Vormittag verbrachten wir in Reykjavík, der charmanten Hauptstadt Islands. Ich genieße es jedes Mal, durch die kleinen Souvenirläden zu bummeln und all die detailverliebten Dinge zu entdecken – jedes Stück trägt ein bisschen Island in sich.
Diesmal haben mich aber vor allem die Secondhandläden begeistert. Die Auswahl ist vielfältig, geschmackvoll und oft überraschend originell. Für unsere Tochter fand ich einen traumhaften Islandpullover – weich, warm und absolut zeitlos. Und für mich selbst? Eine neue (alte) Jacke als Erinnerungsstück an diese Reise. Nachhaltig, einzigartig – und voller Geschichten.
Manchmal entstehen die schönsten Reisemomente ganz unverhofft – oder durch liebe Menschen, die man unterwegs (oder online) kennenlernt. So schrieb mir eine Followerin, dass sie auf einem Reitstall arbeitet – nur etwa 30 Minuten von Reykjavík entfernt – und lud uns herzlich ein, vorbeizukommen.
So fanden wir uns bei Íshestar wieder, einem der bekanntesten Reitställe Islands. Schon beim Ankommen war klar: Hier steckt Herzblut drin. Helle, offene Ställe, ausgeglichene Pferde, ein respektvoller Umgang – und das Gefühl, sofort willkommen zu sein. Ganz egal, ob man Anfänger ist oder schon Erfahrung mitbringt.
Gerade für Familien mit kleinen Kindern – wie bei uns – ist eine private Reittour ideal. Ohne Zeitdruck, im eigenen Tempo und mit viel Einfühlungsvermögen.
Wer mit größeren Kindern oder Jugendlichen reist, hat die Wahl zwischen zahlreichen Touren: von kurzen Ein-Stunden-Ritten durch Lavafelder und Wiesen bis hin zu mehrtägigen Abenteuern mit Übernachtung. Natürlich auf Islandpferden – bekannt für ihr sanftes Wesen, ihre Trittsicherheit und den einzigartigen Tölt-Gang, der so angenehm und gleichmäßig zu reiten ist.
Ein Erlebnis, das verbindet – mit der Natur, den Pferden und den Menschen vor Ort.
Der größte Wunsch unserer Tochter: einmal echte, glühende Lava sehen. Eine Idee, die uns die ganze Woche begleitete – doch wie lässt sich so ein Traum erfüllen, wenn gerade kein Vulkan ausbricht?
Die Antwort fanden wir in der Lava Show in Reykjavík – und was soll ich sagen: Es war ein Erlebnis, das uns alle tief beeindruckt hat.
Der Besuch begann mit einer freundlichen Begrüßung und einem kurzen, informativen Film über die vulkanische Aktivität Islands. Wir erfuhren Spannendes über die geologischen Eigenheiten der Insel, vergangene Ausbrüche und die Bedeutung des Feuers im Alltag der Isländer.
Dann kam der Höhepunkt: Vor unseren Augen wurde echte Lava auf über 1.100 °C erhitzt und in den Vorführraum gegossen. Das Zischen, die intensive Hitze, das gleißende Leuchten – ein Schauspiel, das alle Sinne packt. Man spürt die Energie der Erde unmittelbar, sieht, wie die glühende Masse auf kühlem Untergrund erstarrt und sich dabei in Sekunden verwandelt.
Die gesamte Show dauert etwa 50 Minuten und wird kompetent, zugleich aber humorvoll moderiert. So wird das komplexe Zusammenspiel von Lavaflüssen und Eruptionen verständlich, spannend und greifbar gemacht.
Ein echtes Highlight – für Groß und Klein gleichermaßen. Und ein eindrucksvoller Beweis, dass Naturwunder selbst im kontrollierten Rahmen nichts von ihrer Faszination verlieren.
Wer im Winter nach Island reist, hat meist einen großen Wunsch: einmal die Nordlichter sehen. Es gibt zahllose Tourangebote – doch für mich stand fest: Ich wollte dieses Erlebnis in einer kleinen, persönlichen Runde teilen, begleitet von einem Guide, der nicht nur die Polarlichter versteht, sondern auch unvergessliche Fotos machen kann. Rückblickend war das die beste Entscheidung überhaupt.
Unsere Tour begann gegen 21 Uhr in Reykjavík. Gemeinsam mit unserem Guide fuhren wir hinaus – weg von den Lichtern der Stadt, hinein in die Dunkelheit, immer auf der Suche nach dem perfekten Platz. An mehreren Stopps stieg die Spannung: Würden sie heute erscheinen?
Und dann – ganz plötzlich – schwebten grünliche Schleier über den Himmel. Lautlos, fließend, wie lebendige Farben, die sich bewegen. Ein Moment voller Magie, in dem alles stillsteht.
Besonders schön war, dass unser Guide uns zeigte, wie man die Nordlichter sogar mit dem Handy festhalten kann – mit ein paar einfachen Einstellungen, die tatsächlich funktionierten. Zusätzlich machte er von allen Teilnehmern professionelle Fotos, perfekt inszeniert vor dem flirrenden Nachthimmel.
Als kleines Extra gab es heiße Schokolade und einen Schokoriegel – Kleinigkeiten, die in der eisigen Nacht unglaublich gutgetan haben.
Gegen 1 Uhr nachts waren wir wieder zurück im Hotel – durchgefroren, aber überglücklich. Und das Beste: Wie beim Whale Watching bieten viele Anbieter die Möglichkeit, kostenlos an einer weiteren Tour teilzunehmen, falls man beim ersten Mal kein Glück hat.
Für mich war es eines der absoluten Highlights dieser Reise. Dieses Naturschauspiel mit eigenen Augen zu sehen – und es gleichzeitig fotografisch festzuhalten – bleibt unvergesslich. Eine Nacht, die man im Herzen trägt.
Am Ende unserer Reise saßen wir schließlich wieder im Flugzeug Richtung Heimat. Die Eindrücke der letzten Tage hallten nach, und ich empfand vor allem eines: tiefe Dankbarkeit. Für all die Orte, die wir sehen durften, für die Begegnungen mit Menschen – und für die vielen stillen, magischen Momente dazwischen.
Island hatte uns verzaubert.
Der Rückflug mit Play Airlines verlief – wie auch schon der Hinflug – angenehm und unkompliziert. Freundliche Crew, professioneller Service, alles entspannt und ruhig.
Mit einem Herzen voller Erinnerungen und einer Kamera voller Bilder, die uns immer wieder zurück in diese Landschaft tragen werden, flogen wir nach Hause. Und auch wenn die Reise damit endete, wusste ich:
Dieses Abenteuer bleibt in uns lebendig. Still. Klar. Und unvergessen.